Kauf |
Vor dem Kauf sollte man sich unbedingt Wissen über Meerschweinchen aneignen. Gleichzeitig mit den Tieren ein Buch kaufen oder gar erst später, zeugt nicht von reiflicher Überlegung.
Kinder: Wenn ein Kind sich Meerschweinchen wünscht und es wirklich Meerschweinchen sein sollen, dann ist das Meerschweinchen natürlich das passende Tier. Meine Empfehlung zu Katze oder Kaninchen gilt ausschließlich für Familien, die einfach ein Tier für die Kinder aufnehmen möchten oder für Kinder, die sich die Meerschweinchen nur wünschen, weil der Klassenkamerad auch zwei hat.
Alles überlegt? Danke.
| Alles andere deutet auf Krankheiten hin und vom Kauf ist abzuraten. |
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Einkauf vor dem Kauf der Tiere
In den Notlisten
und beim Züchter kann man auf die Entscheidung der Pfleger vertrauen, sie wissen
um den Unterschied. Im Tierheim kann dies leider schon anders aussehen. Erst
recht in der Zoohandlung, wo man nur allzu oft sogar trächtige Weibchen erhält,
da die Tiere nicht nach Geschlechtern getrennt untergebracht worden waren.
Männchen -
Männchen erkennt man schnell und gut, wenn man in der Geschlechtregion auf ihren
Bauch einen leichten Druck ausübt. Denn dann kommt der Penis zum Vorschein.
Sind die Männchen schon etwas älter, unterscheidet man sie noch leichter von
den Weibchen, da der Hoden sehr gut zu sehen ist.

Weibchen - Weibchen haben in der Geschlechtregion ein Y.
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Sie haben 2 Meerschweinchen gekauft.
Die schlechte Nachricht: es ist keine unangenehme Situation, sondern eine Katastrophe.
oder
Die gute Nachricht: es gibt Katastrophenhelfer, die ihnen mit Wissen und Herz tatkräftig zur Seite stehen.
Und denken Sie bitte daran: Wie alle Katastrophenhelfer sind auch die Meerschweinchenhilfen auf Spenden zur Finanzierung ihrer Arbeit angewiesen.
Die Zeit muss man gut wählen, da die Tiere keine Nachtruhe einhalten, der
Halter durchaus schlaflose Nächte bekommen kann und der psychische Stress auch
für den Menschen manchmal recht hoch ist.
Vergesellschaften heißt, ein oder mehrere vorhandene Tiere bekommen einen oder
mehrere neue Gefährten. Egal, ob Männlein oder Weiblein die Alteingesessenen
haben Vorrechte, die sie verteidigen werden.
Bock und Bock miteinander bekannt machen, geht oft heftig einher. Auf der Seite
Vergesellschaftung im Bock extra gibt es mehr dazu.
Einem kastrierten(!) Bock (ansonsten ist das Weibchen dauerschwanger und verstirbt
an Erschöpfung) ein Date mit einem Weibchen zu besorgen, das läuft sichtlich
friedlicher. Hier gibt es eine Foto-Geschichte. Aber
auch da kann es gelegentlich zu Kämpfen kommen. Diese werden jedoch wesentlich
schneller beendet als zwischen Böckchen.
Am besten zum ersten Beschnuppern ist daher ein neutrales Gebiet. Käfig/Gehege
der Alteingesessenen sind ungeeignet, da die Bewohner Eindringlinge, die nicht
zum Rudel gehören, vertreiben wollen. Man kann alle Tiere z.B. im Bad zusammenführen
oder in einem neuen Käfig/ Gehege.
Die erste Stunde sollte man das Geschehen beobachten. Bleibt in der ersten
Stunde alles friedlich, kann man die Tiere allesamt in einen entweder neuen
oder aber umgestalteten Käfig setzen, der natürlich grundgereinigt ist und ausreichend
Unterschlüpfe bietet, damit die Tiere sich verstecken können. Auch die Größe
muss für die neuen Gruppenmitglieder mitgeplant sein. Können die Tiere sich
nicht aus dem Weg gehen, fördert dies Kämpfe. Die Umgestaltung verwirrt die
Alteingesessenen so sehr, dass sie kaum um angestammtes Gebiet kämpfen. Auch
hier gilt: beobachten, was geschieht. Die ersten Tage sollte man aufmerksam
das Geschehen verfolgen. Natürlich kann man nicht den ganzen Tag und die Nacht
daneben stehen. Hier greift die tägliche Pflege, bei der man das Tier auf eventuelle
Bissverletzungen absucht. Auch die Waage kommt zum Einsatz. Die Vergesellschaftung
ist für alle Beteiligten Stress, daher nehmen die Tiere meist ein wenig ab.
Aber das sollte nach wenigen Tagen zu Ende sein. Bleibt alles friedlich, kann
man sich schon an einer größeren Gruppe mit ausgefeiltem Sozialverhalten und
Gesprächen erfreuen.
Das Wort beinhaltet Zwang. Dies funktioniert. Da Meerschweinchen jedoch am unteren Ende der Nahrungskette stehen, bedeutet für sie das Festgehalten werden gegen ihren Willen instinktiv, dass sie nun gefressen werden. Wer Angst kennt, wird dies seinen Tieren nicht zumuten wollen.
Es geht auch anders. Dieser Weg erfordert Zeit und Geduld, er bringt viel Freude. Wenn ihr ein neues Tier zu bereits vorhandenen setzt, wird der Neuzugang viel von den Alten lernen. Ist das Tier besonders scheu oder ihr seid Neu-, Wiedereinsteiger könnt ihr, wenn ihr Zeitung, Gedichte, Romane lest, euch in Käfignähe setzen und laut lesen. Dadurch gewöhnen sich die Tiere sehr schnell an eure Stimme. Immer wenn ihr euch dem Käfig/ Gehege nähert, solltet ihr reden. Niemals stumm Futter anreichen. Bietet Futter aus der Hand an, haltet es eine Weile fest, redet dazu, legt das Futter dann im Käfig ab und entfernt euch, damit die scheueren Tiere, es sich holen können. Irgendwann wird das Leckerli über die Angst siegen und ein sich immer weiter streckendes Schweinchen ganz langsam der Hand nähern, schnell zuhapsen, die Beute beim ersten Mal eventuell sogar noch fallen lassen, aber dann ab damit ins nächste Versteck. Wichtig ist, dass ihr keine hastigen Bewegungen macht, alles langsam und in Ruhe.
Sowohl im Käfig als auch beim Auslauf achtet darauf, dass keine großen freien Flächen entstehen. Im Käfig solltet ihr zumindest anfangs, über die Futterstelle ein Handtuch hängen, zusätzlich zum Schlafhäuschen/ zur dunklen Ecke, welche/s dringend erforderlich ist. Beim Auslauf stellt viele Verstecke auf, so dass die Tiere von Versteck zu Versteck huschen können. Einige nutzen sonst den Auslauf überhaupt nicht, weil sie sich zu unsicher fühlen. Im Zimmerauslauf setzt euch gelegentlich dazu. Irgendwann wird das erste neugierige Näschen an euch schnüffeln.
Auf diese Weise könnt ihr langsam Vertrauen aufbauen und euch an den kleinen und großen Schritten freuen. Ihr lernt die verschiedenen Charaktere kennen, den Draufgänger, das Schüchternschwein. Bei Zwangsmaßnahmen verpasst ihr den gesamten Werdegang. Lest ihr den Text zu spät, probiert es beim nächsten Tier auf die sanfte Weise aus und guckt, ob euch das, als Meerschweinchenhalter, nicht besser gefällt.