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Die Haltung von Meerschweinchen

Inhalt:

Meeris

artgerechte Haltung - ein kurzes Vorwort

Die BRD ist das erste Land der Welt, welches den Tierschutz im Grundgesetz festschrieb. Dies deutet darauf hin, dass die Deutschen Interesse haben. Bei der Heimtierhaltung findet man schlechte Bedingungen oft durch fehlende oder falsche Informationen.
Diese Seite will informieren. Dies liegt mir besonders am Herzen, da ich als Kind mein Meerschweinchen Muschebuh unter Bedingungen hielt, die an Quälerei grenzten. Ich hoffe, Ihr macht das besser.
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Einzel- oder Rudelhaltung?

Keine Einzelhaltung!
Ein einzeln gehaltenes Meerschweinchen verkümmert. Jungtiere wachsen schlechter, bleiben kleiner, sind weniger aktiv, die meiste Zeit fressen oder schlafen sie. Sie sind gelangweilt und langweilig.

Meerschweinchen & Kaninchen
Stellt euch vor, man würde euch mit einem Gorilla in einen Raum sperren. Im Falle, dass ihr vor dem Riesen keine Angst habt, habt ihr sicher interessante erste Stunden. Aber dann wird es langweilig, ihr habt keine gemeinsame Sprache, ihr habt verschiedene Ernährungsbedürfnisse, verschiedene Bewegungsbedürfnisse. Eventuell werdet ihr euch soweit verstehen, dass ihr in eurer Einsamkeit und Isolation miteinander kuschelt, aber ändern an eurer Einsamkeit wird das nichts. Und eventuell entwickelt ihr Aggression aus der Isolation heraus und dann habt ihr gegen den Gorilla keine Chance.

Mindestens zwei Tiere
Sie reden miteinander, gehen gemeinsam auf Erkundung, pflegen sich manchmal gegenseitig, imponieren einander - kurz: man kann ihr Sozialverhalten erleben. Solche Tiere sind fröhlicher, weniger langweilig.

Mehr Schweinchen
An Gruppen ab 3 Tieren wird man noch mehr Freude haben. Sie animieren sich gegenseitig zum Laufen, Erkunden. Das Sozialverhalten tritt deutlicher hervor und wenn eines stirbt, ist der Partner nicht allein. Bei kleineren Gruppen bis ca. 6 Tieren haben Meerihalter/innen gute Erfahrung mit geraden Zahlen gemacht, also entweder 4 oder 6 Meerlis, in größeren Gruppen ist das egal. Es kommt aber immer auch auf die Tiere an.

Welches Geschlecht? .........................................................

Männchen

Die weit verbreitete Meinung, die auch in vielen Büchern weitergegeben wird, lautet: zwei oder mehrere Böcke - das geht nicht gut. = Falsch! Bei 2 Böcken gibt es selten Probleme, bei mehr Böcken nur in bestimmten Phasen.

Siehe Bock spezial.

Hat man einen erwachsenen Bock, der bisher als Einzeltier gehalten wurde, sollte man ihm einen noch nicht geschlechtsreifen Bock als Gesellschaft geben. In der Regel wird der "Alte" das Jungtier mit Interesse begrüssen. In den ersten 2 - 3 Tagen kann es vorkommen, dass der "Alte" den Jungbock bespringt, allerdings erlebte ich es bereits, dass dies umgekehrt der Fall war. Dieses Verhalten legt sich jedoch schnell.

Einen einzeln oder nur mit Weibchen gehaltenen Bock mit einem erwachsenen Bock zu vergesellschaften, ist recht schwierig, da es dem "Alten" bisher nicht möglich war, das Verhalten gegenüber Geschlechtsgenossen zu erlernen.

Mit 4,5 bis 9 Lebensmonaten kämpfen Böcke häufiger, sie sind dann Halbstarke und suchen ihren Platz in der Gruppe. Dies ist der Grund für das Vorurteil und viele Halter sind darauf nicht vorbereitet, wodurch bei der ersten Auseinandersetzung bereits getrennt und behauptet wird, die Böcke verstünden sich nicht miteinander. Ich bitte um die Beachtung des "Bock extra".

Weibchen

Bei Weibchen ist es eher möglich, erwachsene Tiere miteinander zu vergesellschaften. Aber auch hier muss ausreichend Platz vorhanden sein, damit die Tiere sich aus dem Weg gehen können. Wie bei Männchen spielt die Sympathie untereinander eine wichtige Rolle. Manche Lebewesen können einfach nicht miteinander, da machen Meerschweinchendamen keine Ausnahme.

Männchen und Weibchen

Einen Bock kann man mit mehreren Weibchen halten. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass Meeridamen alle 16 bis 18 Tage brünstig werden. Die Brunst dauert 24 Stunden. Eine Verhütungsmethode ist die Trennung des brünstigen Weibchens vom Bock. Jedoch ist das so sicher wie die Temperaturmethode bei Frauen. Es kann zur Trächtigkeit kommen, wenn man es nicht genau abpasst. Ist kein Nachwuchs erwünscht, gibt es die Möglichkeit den Bock kastrieren zu lassen. Hierbei gilt es zu beachten, dass der Bock bis zu 6 Wochen nach der OP noch zeugungsfähig ist.

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Gedanken zur Geschlechterwahl

Unsere Erfahrungen zeigen recht deutlich, dass die Haltung eines Kastraten mit mindestens 2 Weibchen nicht nur die natürlichste Haltung darstellt, sondern auch jene, bei der die Tiere sehr zufrieden wirken. Daher denke ich, dass diese Gruppierung "artgerecht" am nähesten kommt. Dennoch plädiere ich für Bockgruppen. In der Natur sterben Böcke, die kein Rudel haben, nur die stärksten überleben. In der Heimtierhaltung gibt es etwa ebenso viele Weibchen wie Böcke. Die Böcke sollen aber auch nicht allein sein. Sie können sich miteinander arrangieren und durchaus zufrieden leben. An "artgerecht" kann man sich in der Haustierhaltung nur annähern und es ist wesentlich näher dran, sie in Bockgruppen zu fassen, als sie in Einzelhaft zu halten.

Nachwuchs

Die Vermehrung sollte man verantwortungsbewussten Züchtern überlassen.
Natürlich gefallen Babies, egal welche Tierart, sie sind süß. So ein kleines Fellknäuel von Meerschwein macht da keine Ausnahme. Jedoch wieviele Tiere kann man selbst halten? Wo bringt man die anderen Jungen unter? Kann man ihre artgerechte Haltung garantieren?
Wenn Ihr trotzdem an Vermehrung denkt, beachtet bitte:
Wer Nachwuchs will, sollte die entsprechende Literatur befragen.

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Der tägliche Auslauf

Wie schon da steht in der Überschrift, ist Auslauf täglich zu gewähren. Vor dem Kauf sollte man sich darüber klar sein, dass Meerschweinchen nicht ganz stubenrein werden. Sie bevorzugen jedoch bestimmte Stellen für ihre Geschäfte bevorzugen und kann dort dann Zeitung auslegen. Die Nagertoiletten sollte man mit einem Dach versehen, damit sie genutzt werden.

Wie lange soll der Auslauf nun dauern?

So lang wie möglich, aber länger als eine Stunde.


Es ist wunderbar, den Schweinchen zu zusehen, wie sie das Zimmer erkunden. Man kann ihnen viele Leckerein verstecken, Hindernisse aufbauen und Verstecke finden, an die man ohne die Schweinchen nie gedacht hätte.

Welche Gefahrenquellen gibt es?

2Bein telefoniert: *hap...* Rotte!!! *he?*

  • ein ungesicherter Balkon (auch Ablussrohr überprüfen)
  • Stromleitungen - Achtung: auch in Telefon-/Modemleitungen fließt Strom
  • Nägel, Reißzwecken, alles, was eine Spitze hat
  • Giftpflanzen
  • unachtsame Menschen
  • unachtsam geöffnete/geschlossene Türen (Zerquetschungsgefahr)
  • jede Höhe, von der ein Schweinchen stürzen kann (Nicht auf Tische, Anbauwände oder Regale heben)
  • gebeiztes und lackiertes Holz (Vergiftungsgefahr)
  • Pralle Sonne
  • andere Haustiere (Hund, Katze, ...)

Es ist ratsam, beim Auslauf dabei zu bleiben oder zumindest gelegentlich nachsehen zu gehen.

Der Auslauf im Freien hat noch ganz andere Gefahren. Zu einem sichert man das Außengehege von allen Seiten und von Oben gegen andere Tiere. Zusätzlich muss darauf geachtet werden, dass die Schweinchen nicht der prallen Sonne ausgesetzt sind. Temperaturen über 25°C vertragen sie ganz schlecht, es droht der Hitzschlag. Und ein Dach über dem Kopf brauchen die Schweinchen auch noch, sie mögen keinen Regen. Könnten sich erkälten und dann ist die Lungenentzündung nicht mehr weit.
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Pflege der Tiere

Was muss ich täglich tun?

Wasser erneuern, Füttern, Reste von Frischfutter entfernen, Salatbälle, Spieße abwaschen

Hängematten und andere Einrichtungssachen aus Stoff kontrollieren und ggf. wechseln

tägliche Gesundheitskontrolle:

Meerschweinchen putzen sich selbst. Baden sollte man sie nicht, es sei denn, es ist eine tierärztliche Anweisung zur Bekämpfung von starkem Parasitenbefall.

Die "Putzmittelreinigung" erfolgt sofort.

Was muss ich alle drei bis sieben Tage tun?

Reinigung der Schlafhäuschen und des Käfigs/Geheges

Reinigung der Trinkflasche/n mit einer für die Meerschweinchen reservierten Flaschenbürste.

Schweinchen-TÜV: wiegen der Tiere, Krallen kontrollieren. Sind sie zu lang, muss man sie kürzen.

Krallenschneiden

Dunkle Krallen lässt man vorsichtshalber etwas länger. Die Krallen werden nicht gerade geschnitten, sondern so, dass eine längliche Auftrittsstelle am Boden entsteht, waagerecht zum Pfotenballen, der genau genommen ein Huf ist. Falls ihr zu weit schneidet und die Kralle anfängt zu bluten, dann holt vom Waschbecken ein Stück Seife und drückt sie mit der vom Liegen aufgeweichten Seite auf die Blutung. Damit sollte diese Episode vergessen sein.

Der
Halten kann man das Meerschweinchen beim Krallenschneiden einmal mit dem Rücken gegen den eigenen Bauch gedrückt, eine Hand stützt dann die Brust des Tieres und hält die Pfötchen, die andere die Krallenzange. Sehr gut, auch bei ängstlicheren und zappelnden Tieren geht es, wenn man die Tiere vor sich auf ein Kissen legt und zwar mit dem Bauch nach oben. Anfangs hält man sie mit sanfter Hand und ruhigem Reden in dieser Position fest, bis sie sich ergeben. Danach kann man sehr schnell und gut die Krallen schneiden. Wer dann immer noch zappelt, wird in dieser Position einfach mit Gurke beschäftigt. Vorsicht, sie sollten sich nicht verschlucken.

nach Bedarf: Hausputz

Zum Hausputz gehören auch Heuraufen. Bei starken Verschmutzungen kann etwas Seife verwendet werden. Das Holz gründlich abgebürsten und gut spülen. Anschließend stellt man die Häuschen zum Trocknen luftig auf, schön ist ein Plätzchen in der Sonne, auf dem Fensterbrett, dem Balkon, auch im Winter.

Wer wenig Platz hat oder die Häuser wegen Parasitenbefall schrubbte, stellt sie zum Trocknen in den Backofen. (ca. 150 Grad Celsius, ca. 30 Minuten Trockenzeit)
Eine schnelle Reinigung und längere Lebensdauer von Holzprodukten erreicht man, in dem man sie am unteren Rand etwas lackiert (Spielzeuglack). Aber bitte nicht grossflächig, da Lack die elektrostatische Aufladung begünstigt, wenn die Fellbündel daran entlang laufen.

Pflegemittel

  • Waage - wöchentliche Kontrollen nötig
  • Kehrblech oder Schaufel und Lappen/ Schwamm für Käfigreinigung
  • Flaschenbürste und Lappen
  • Nagelknipser, Krallenzange
  • im Krankheitsfall sollte bereits vorhanden sein:
    • ein Handdesinfektionsmittel
    • Rotlichtlampe
    • Wärmflasche - Transport zum Tierarzt, Wärme bei Abwesenheit
    • Transportbox und Decke für darin (zum Drauf- und Druntersitzen, damit die Tiere sich verstecken können, nicht unnötig gestresst werden)
 



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