Material
Bei natürlichen Materialien darf man das "Natürlich" keinesfalls mit ungiftig gleichsetzen. Die Natur hält ausreichend Gifte bereit.
Emissions- und Verleimklassen
Holzarten
Platten & Leimholz
Leisten
Material aus dem Wald
Plexi, Bastlerglas und Makrolon
Elektroleitungen verstecken

Emissions- und Verleimklassen
Diese Klassen gehören zur Kennzeichnung von Arbeitsstoffen und zeigen euch, welche Giftabsonderungen ihr zu erwarten habt.
Emissionsklasen

Die Einteilung der Emisionsklassen basiert auf der Formaldehyd-Abgabe. Je mehr ein Werkstoff absondert, desto giftiger ist er. E I ist die Klasse mit der geringsten Belastung. Verwenden sollte man ausschließlich Platten der Emissionsklasse E I. Denn auch in geringen Dosen führt Formaldehyd zu Gesundheitsbeschwerden wie Reizung der Schleimhäute, Kratzen im Hals, Kopfschmerzen und Übelkeit. Es wurde zwar nicht als krebserregend eingestuft, allerdings verhinderte dies nur die Industrie-Lobby. Durch Beschichtungen kann man die Abgabe nicht verhindern, man verteilt sie nur auf einen längeren Zeitraum. Und man muss bedenken, dass ein großflächiger Einsatz die Abgabekonzentration steigert.
Platten der Klassen E II und E III unterliegen Anwendungsbeschränkungen und kommen für den tierischen Wohnungsbau überhaupt nicht in Frage. Infos bekommt man beim Bundesverband Deutscher Holzhändler e.V. in Wiesbaden.
Natürlich ist Formaldehyd ein natürlicher Stoff - nicht desto trotz giftig. Auf die Emissionsklasse sollte deswegen immer geachtet werden.
Verleimklassen
Ähnlich der Formaldehyd-Emission sind auch Leime nicht ohne. Für Wohnungsbau verwendet man deswegen nur Leimholz der Klasse V20. V100 Hölzer wurden mit einem feuchtigkeitsunempfindlicheren Leim verarbeitet, der giftig ist. Wenn jemand V100G empfohlen bekommen sollte, diese Platten sind in der Tat noch unempfindlicher, aber nur weil sie mit hochgiftigen, pilzwidrigen Mitteln angereichert wurden.
Holzarten
Fichte/Tanne für Innenausbau: für Verkleidungen, Fussböden und als Mittelstück von Schichthölzern - Weichholz
Kiefer Für Fussböden, Möbel, Türen, Vertäfelungen - etwas härter als Fichte
Lärche Möbel, Fenster, Türen... - hart, splittert schnell
Eiche Möbel, Furnier, Türen, Fenster, Fachwerk - Hartholz
Obstbaumholz Möbelbau
Robinie Für Außengehegebau bestens geeignet. Benötigt keinen Oberflächenschutz.
Platten und Leimholz
Brettschichtholz
Besteht aus aufeinander geleimten Bretter, die belastbarer sind als vergleichbare Balken
Leimholz

besteht aus Massivholzstreifen, die miteinander verleimt sind, vorwiegend Fichte, Kiefer und Buche. Beim Kauf achtet man auf gerade, möglichst wenig verzogene Bretter, allerdings muss man mit leichtem Verziehen nach Kauf rechnen, bei veränderter Luftfeuchtigkeit arbeitet das Holz. Bei billigen Brettern sind die Astlöcher oft ausgedübelt, was bei sichtbaren Flächen unschön wirkt. Für sichtbare Flächen verwendet man am besten Kiefernholz, da es eine schönere Maserung besitzt.

Sperrholz
Güteklassen I/II/III beziehen sich auf Qualität des Deckfuniers Sperrhölzer sind symmetrisch aufgebaut und die Faserrichtung der Holzschichten wird rechtwinklig zueinander versetzt. Dadurch verzieht sich Sperrholz so gut wie gar nicht.
Funierplatten sind 4 bis 12mm stark und werden im allgemeinen Sprachgebrauch als das eigentliche Sperrholz gehandelt.
Multiplexplatten
sind Funierplatten aus Buche oder Birke und können bis 60 mm
stark sein.
Tischlerplatten haben eine massive Mittellage aus 20 bis 30 mm breiten
Fichtestreifen und sind mit Gabun oder Limba abgesperrt. Sie bestehen
entweder aus drei Schichten oder aus fünf und sind dann edelfuniert.
3-Schichtplatten bezeichnet man auch als Naturholzplatten. Sie sind mindestens 20 mm stark. Die Oberflächen sind nicht sehr empfindlich und können reichlich nachgeschliffen werden. Oft finden sie Verwendung als "Bio-Möbel". Sie sind die teure Veriante zur Spanplatte.
Spanplatten

Holzspäne, die mit Bindemitteln zusammengepresst werden. Die Biegefestigkeit ist sehr gering bei einem hohen Eigengewicht und sie sind kantenempfindlich. Für den Eigenbau finden sie zwar Verwendung, sind jedoch im eigentlichen Sinn nur billig und keineswegs geeignet. Sie geben jahrelang Formaldehyd ab. Diese Platten kann man kunstharzgebunden kaufen (viel Formaldehyd, wenn es kein Isocyanat ist) oder mineralisch gebunden (Zement oder Magnesit - im Baumarkt schwer zu bekommen)
beschichtete Spanplatten sind sehr praktisch, das Problem bleibt die Formaldehyd-Emission, die geringer ist als bei normalen Spanplatten, dafür über einen wesentlich längeren Zeitraum besteht. Super wäre ein alter Küchenschrank, der bereits "ausgeatmet" hat und dessen Platten man gut für den Gehegebau verwenden kann. Auch im Sperrmüll lohnt hierfür die Suche.

OSB-Platten
Bessere Materialeigenschaften als Spanplatten, aber die gleichen Formaldehyd-Emissionen. Manchmal sagt meine Nase, die OSB-Platten stinken noch viel mehr.
MDF-Platten
Leichte, elastischere Alternative zu Span- und OSB-Platten, aber wesentlich anfälliger gegen Feuchtigkeit.
Arbeits- und Tisch-Platten
Schwer, teuer, aber als Grundplatte gut geeignet. Letztlich sind Arbeitsplatten meist beschichtete Spanplatten, die jedoch eine belastbare Beschichtung aufweisen.
Gerade unser Lieblingskaufhaus Meerikea bietet immer wieder günstig Tisch-Platten an. Sie bestehen meist aus beschichteten Spanplatten, manchmal aus Leimholz, dann müssen sie bearbeitet werden. Sie sind eine gute Idee, wenn man nicht viel sägen möchte.
Leisten


Stabile Leisten (rechtes Bild 5cm x 2,5cm) gibt es im Sammelpack, aber sägerauh. Dies bedeutet schleifen, schleifen, schleifen.
Einzeln gibt es diese Leiste bereits einsatzfähig geschliffen.
Weitere Leisten sind flache breite, die als Sichtschutz oder Einstreuhalter dienen können, schmale
abgerundete Leisten, die als Abschluss an Spanplatten oder Bretter sehr schön aussehen und gewinkelte
Leisten, mit denen Kanten abgedeckt werden. Es gibt auch Rundholzstäbe, Vierkantleisten und vieles mehr.
Ich empfehle dazu einen Besuch im Baumarkt, hier kann man die Fantasie beflügeln und für das eigene
Traumgehege planen.
Leisten mit Nut eignen sich besonders für die Fronten als Halterung des
Plexis. Mit ihnen kann man aber auch die Abtrennung einer Krankenstation
vorbereiten.
Leider führen nicht alle Baumärkte Leisten mit Nut, aber in einigen gibt es dafür dann
verschiedene Größen und Stärken, so dass man sich austoben kann. Bei wem in der Umgebung
gar kein Baumarkt ein solches Angebot macht, der kann entweder das Problem zum Tischler/ Schreiner bringen
oder mit einer Oberfräse arbeiten.
Wer mir eine große Freude machen will, darf mir seine Oberfräse gern schenken (auch elektrisch defekt). ;-)
Material aus dem Wald und Garten

Zweige von Obstbäumen, Steinobstbäume sind weniger geeignet, da in ihrer Rinde der Anteil an Säuren sehr hoch ist, können im Gehegebau eingesetzt werden. Ebenso geeignet sind Zweige oder Äste von Weiden, Birken und Tannen. Sie können als Säulen für Ebenen, zum Abstützen von Rampen, als Geländer und Schutz gegen Benagen von nicht zum Benagen vorgesehenen Materialien eingesetzt werden. Dünnere Äste können an die Plexi-Oberkante gebunden werden (Loch ins Plexi bohren) und so die Tiere vor benagen und scharf genagten Plastik bewahren.
Bei den Einrichtungen finden sich weitere Materialien aus Wald und Garten, wie Tannenzapfen, Rinde, Häuser aus Zweigen.
Plexi, Bastlerglas und Makrolon
Zur Verarbeitung eignen sich ehr 2mm dicke Scheiben, fester sind natürlich 4mm Scheiben. Das Problem ist das Sägen, wenn ihr eine Möglichkeit habt, euch das Material zuschneiden zu lassen, jemanden mit Bandsäge kennt, nehmt auf alle Fälle 4mm dickes Material, ansonsten wohl eher 2mm Dicke, die kann man auch mit einer nicht regulierbaren Stichsäge bearbeiten.
Die Angaben zu den Materialeigenschaften wurden aus den Angaben der verschiedenen Hersteller gemittelt.
Acrylglas, PolyMethylmetaacrylat, (z.B. Plexi)
oft als Bastlerglas im Baumarkt angeboten, günstig und gut zu verarbeiten.
Eigenschaften:
- bruchfest
- Kratzfestigkeit: gut
- temperaturbeständig bis 70/80° C
- Lichtdurchlässigkeit ca. 90%
- UV-beständig
Polycarbonat-Glas (z.B. Markolon)
ist gut und teuer.
Eigenschaften:
- sehr hohe Schlagfestigkeit
- Kratzfestigkeit: mittel bis gut (Standard: mittel, Hard: gut)
- temperaturbeständig bis 110° C
- Lichtdurchlässigkeit ca. 85%
- die meisten Sorten sind nicht UV-beständig
PET - Co-Polyester (z.B. Axpet)
damit habe ich keine eigenen Erfahrungen
Eigenschaften:
- hohe Schlagfestigkeit
- Kratzfestigkeit: mittel
- temperaturbeständig bis 65° C
- Lichtdurchlässigkeit ca. 90%
- mäßig UV-beständig
Plexi und Co. lassen sich unter Heißluft verformen. Wie?
Elektroleitungen verstecken
Uns Menschen ist Haushaltsstrom so ziemlich schnuppe. Wenn wir nicht gerade vom Bad aufgeweicht sind, dann geht die größte Gefahr des Stromschlags von der Schreckreaktion aus. Meerschweinchen nagen aber an Leitungen, d.h. ihre feuchten kleinen Mäulchen, ihre gut leitenden Zungen kommen mit der blanken Leitung in Kontakt. Das ist genauso gut, als würden sie gerade in der Badewanne sitzen.

geeignet
Um Elektro-Leitungen vor neugierigen Zähnen zu verbergen und die Tiere vor Stromschlag zu schützen eignet sich Kabelkanal (Bild oben). Er kann an das Gehege geschraubt werden. Durch den Deckel sind die Leitungen geschützt. Kanäle gibt es auch als Fußbodenleisten, die dann im Zimmer einen sehr guten Schutz der Leitungen und Tiere bieten. Damit lässt sich eine friedliche Koexistenz von Elektrogeräten und Nagetieren erreichen.
geschlitzt ungeeignet
Auf dem Bild (links) seht ihr Riffelschlauch. Wenn ihr einen Stecker habt, passt der nicht durch. Einige Einrichtungshäuser bieten geschlitzten Riffelschlauch an. Dieser ist seitlich offen und nicht meerschweinchen-sicher.
Auf dem Bild (rechts) ist Wickelschlauch zu sehen. Mit ihm gibt es dasselbe Problem. Er ist ungeeignet, da nicht meerschweinchen-sicher.
ungeeignet
Haftungsausschluss
Ich gebe die Informationen nach bestem Wissen und Gewissen, jedoch übernehme
ich keinerlei Haftung für eventuell entstehende Schäden. Jedes Tier
reagiert individuell, es gibt Richtlinien, aber keine absoluten Wahrheiten.
Was immer ihr baut, womit immer ihr es baut, es ist eure Entscheidung und Verantwortung.
Novella Calow