Lack & Belag
Kennzeichnung von Arbeitsstoffen
Lack, Öl und Wachs
Dichtmassen
Belag für Laufflächen
Belag für Auslaufflächen

Kennzeichnung von Arbeitsstoffen
Es gibt eine Kennzeichnungspflicht gefährlicher Arbeitsstoffe, sie werden in gesundheitsschädlich und giftig unterteilt. Allerdings, wenn ein Stoff ab 10% Anteil zur giftigen Klassifizierung führen würde, kann dieser mit 9,5% eingesetzt und der fehlende Teil mit einem andern, vielleicht noch giftigeren Stoff ergänzt werden. Dann muss keine Klassifizierung als giftig stattfinden, obwohl das Verschlucken geringster Mengen für den Menschen bereits tödlich sein kann. (Hat halt ein Komitee beschlossen.)
Ebenso ist es mit der Norm DIN EN 71-3, welche die Kennzeichnung als für Kinderspielzeug verwendbar regelt. Immer müsst ihr darauf achten, dass eure Tiere nicht benagen, was ihr nicht als Nagespielzeug bereit stellt.
Lack, Öl und Wachs
Holz gekauft und zusammengeschraubt. Was jetzt? Das Farbregal ist riesig. Rostschutzfarbe braucht ihr nicht, Metallfarbe auch nicht. Bleiben Buntlack, Wachs, Öl, was ist geeignet?
Wachs
Geeignet sind Wachse eher für die Außenseiten von Gehegen, sie geben Holz Tiefe und eine schöne Wirkung. Für Laufflächen hingegen eignen sich Wachse überhaupt nicht.

Die Oberfläche darf nur wenig beansprucht werden und man muss alljährlich nachwachsen. Wachse sind hart und können nur warm verarbeitet werden (ca 80°C). Deswegen verwendet man Wachsbalsame. Weiche Wachsbalsame dienen der Nachbehandlung. Zur Erstbehandlung benötigt man Hartwachs, die neben Bienenwachs andere pflanzliche Hartwachse enthalten.
Nach dem Wachsen 1-2 Tage trocknen lassen.
Ölfarben
ungeeignet
Ölfarben können ohne organische Lösemittel hergestellt werden und sind dann besonders umweltfreundlich. Ich halte sie jedoch für den Gehegebau für nicht geeignet, da die Farbschicht zwar elastisch ist und selten abplatzt, jedoch viel zu weich ist. Ein Ölgemälde wird man keiner Belastung aussetzen und so ist das auch mit anderen Flächen, die auf diese Weise Farbe bekamen.
Schelllack
Leibspeise der Marienkäfer
für Sitz- und Laufflächen ungeeignet
Lösungsmittel Alkohol, daher für die Gesundheit verträglich.
Super geeignet zur Behandlung der Seitenteile von Gehegen. Der Grundstoff ist das Ausscheidungsprodukt der indischen Schildlaus, wird gereinigt und in Alk gelöst. Gute Belastbarkeit, jedoch empfindlich gegen Alkeinwirkung (löst sich auch nach dem Trocknen bei Alkoholzufuhr wieder auf).
Naturharz-Bunt- und Klarlacke

irgend etwas muss man ja nehmen
Lacke bilden einen Film auf der Oberfläche, sind wasserabweisend und können gut beansprucht werden. Klarlacke eignen sich nicht für den Außenbereich, da das Holz einen Pigmentschutz gegen UV-Licht benötigt. Großflächiger Einsatz von Lack kann nicht empfohlen werden, die Gefahr der elektrostatischen Aufladung steigt und durch den Film kann das Holz nicht atmen.
Leicht zu verarbeiten, bei glatten Flächen wird man keine Pinselspuren sehen. Man benötigt zwei bis drei Schichten, die dünn aufgetragen werden müssen. Da Naturlacke Leinölfirniss enthalten, welches beim Trocknen Luftsauerstoff aufnimmt. Auf Herstellerangaben achten, wenn das Gehege im Außenbereich stehen soll.
Die Trockenzeit beträgt circa 1 Tag.
Kunstharzlack

irgend etwas muss man ja nehmen
gut belastbar, gute Trockeneigenschaften, nur mit Lösungsmittel verarbeitbar
ggf. Atemschutzmaske verwenden, aber auf alle Fälle Fenster öffnen.
Pinselreinigung muss mit Verdünnung erfolgen. Auf der Dose sollte
stehen, dass der Lack für Kinderspielzeug geeignet ist, aber
immer ist zu beachten, dass die Kanten extra unbenagbar gemacht werden
müssen. Dafür ist der Lack teilweise als kratzfest zu bekommen
(Buntlack oder Fenster-Türen-Lack) und für Laufflächen
auch verwendbar.
Es gibt keine einheitliche Kennzeichnung als Spielzeuglack.
Manche verwenden ein Symbol, andere setzen den Hinweis in die allgemeine
Eigenschaftenbeschreibung.
Trockenzeit: 24 Stunden
Naturharz-Lasuren
ungeeignet
Eigenschaften zwischen Öl und Lack
Imprägnierlasuren - geringe Filme, Dickschicht- oder Lack- lasuren stark filmbildend. Enthalten recht viel Lösemittel, daher ist der Einsatz im Innenbereich nicht unproblematisch.
Für den Tierwohnungsbau meiner Ansicht nach eher ungeeignet.
Dichtmassen
Bei Verwendung von Silikon(kautschuk) entsteht ein säuerlicher Geruch. Dieser stammt von der Essigsäure. Nachteil Silikon lässt sich nicht überstreichen, aber es gibt das Zeugs bereits in verschiedenen Farben.
Silikon für Aquarien - enthalten keine Fungizide
Sanitärsilikon - enthält Fungizide, bei der Nutzung sollte deswegen darauf geachtet werden, dass die Tiere dieses Silikon nicht benagen können.
Lehm als Dichtmaterial ist günstig und ungünstig zugleich. An Plastik hält Lehm nicht. Wer PVC, Teichfolie etc. abdichten möchte, müsste vorher Stoff aufkleben. Aber wer Fließen oder Holz abdichtet, kann mit Lehm arbeiten. Vorteil: völlig unbedenklich, überstreichbar und dann auch abwaschbar.
Gips ist ein Mineral, heißt genauer Kalziumsulfat. Er ist gut geeignet, muss aber versiegelt werden, da er auch nach dem Austrocknen wasserlöslich bleibt. Er wird zwar nicht wieder geschmeidig, aber bröckelt in länglichen Kristallen, die bei Verschlucken zu inneren Verletzungen führen können, ebenso bei Benagen.
Belag für Laufflächen
Bei Grundplatten für Gehege, also jene Stellen, auf denen später die Einstreu liegt, sollte man sich über die urinale Belastung im Klaren sein. Naturharz-Lacke für Kinderspielzeug halten der Belastung der Lauffläche nicht stand. Mittels einer Schicht Zeitung zwischen Lack und Einstreu kann dem jedoch abgeholfen werden. Kunstharz-Lacke, die als kratzfest und für Kinderspielzeug geeignet angegeben werden, sind belastbarer und einsatzbar.
Einen sehr interessanten Vorschlag machte die Firma Livos auf eine Anfrage zum Gehegebau. Wer eher in die Fläche baut, könnte mit Cotto-Fliesen sehr gut beraten sein. Diese helfen beim Regeln der Temperatur, speichern im Winter Wärme und im Sommer Kühle. Für Lehm gibt es spezielle Farben und Versiegelungen etc.
PVC-Belag eignet sich gut. Ein dicker, fester Belag erspart nach den Erfahrungen einiger Tierhalter auch das Silikon, wenn man ihn rundum 5cm größer zuschneidet. Er presst sich dann gegen die Gehegewände. Da PVC Weichmacher enthält, der im Magen zu scharfkantigen Stücken klumpt, müssen alle Kanten gegen Benagen gesichert werden.
Gewebeplane hält der urinalen Belastung gut stand. Es gibt sie als LKW-Plane, dann ist sie fest, stabil und teuer. Es gibt sie auch für Gartenmöbel als Abdeckung, diese Plane ist dünner. Je nach Qualität hält Gewebeplane mehrere Jahre oder nur knapp eines. Wir hatten schon beides. Gewebeplane enthält ebenfalls Weichmacher, die das Tier von innen aufschlitzen könnten. Vor Benagen schützen.
Teichfolie ist momentan meine bevorzugte Antwort auf das Problem. Sie lässt sich super leicht verlegen, ist trotz ihrer Weichheit sehr stabil, lässt sich gut putzen und die Tiere schlittern nach dem Einstreuen nicht herum.
PE-Folie erfreut sich steigender Beliebtheit, eigene Erfahrungen haben wir noch nicht.
Tipp: Diese Plastik stinkt. Kauft sie rechtzeitig und breitet sie luftig aus, damit sie ausduftet.
Hohlkammerplatten sind gut geeignet als Bodenplatte, leicht und sehr teuer. Nach dem frischen Einstreuen rutschen die Tiere leicht, jedoch nach wenigen Rundgängen ist die Einstreu fest getreten genug, um einem Sprint stand zu halten.
Belag für Auslaufflächen
Wenn ihr einen dauerhaften Auslauf vor dem Gehege/Käfig anbieten wollt, eignet sich PVC-Belag, der mit waschbaren Teppichen und Tüchern belegt wird.

Auch Schmutzfangmatten sind gut geeignet, da sie in der Dusche schnell gereinigt werden können. Sie müssen nicht aussehen wie im Eingangsbereich der Versicherung. Die abgebildete gab es für knapp 10 Euro im Discounter. Schmutzfangmatten können jedoch in sehr vielen verschiedenen Farben und Qualitäten gekauft werden. Wichtig ist immer, die Gummi-Ränder vor Benagen schützen. Einfach was drauflegen reicht bei den meisten Tieren bereits.
Wollt ihr eure Tiere in der Wohnung herum laufen lassen, darf kein Laminat oder Holzfußboden im Spiel sein. Laminat ist zwar recht robust, hält aber einer Dauerbelastung durch die Tiere ebenfalls nicht stand. Wir haben auf das Laminat Malerfolie gelegt und an den Rändern mit Kreppband auf die Abschlussleisten geklebt. Darüber verlegten wir gummierten Teppichboden. Auf diesem liegen an häufig genutzten Stellen Schmutzfangmatten, z.T. auch Flickenteppiche. Nachteil ist, der gummierte Teppichboden muss recht häufig gereinigt werden. Vermutlich wäre PVC mit einer schaumigen Beschichtung der Rückseite hier die bessere Lösung gewesen. Aber hinterher, wenn die Schränke stehen, ist das schwierig.
Ehedem, als wir Holzfußboden hatten, legten wir ebenfalls Folie darauf und dann grüne Wiese als Teppich. Da dies damals nur den Teil der Wohnung betraf, den wir als Auslauf zur Verfügung stellten, konnten wir hier die grüne Wiese schnell wechseln. Daher hatten wir uns dann in der neuen Laminat-Wohnung erst einmal für die gleiche Vorgehensweise entschieden. Das Holz darunter sah beim Auszug damals sehr gut aus, hatten überhaupt keinen Schaden genommen. Wie das jetzt mit dem Laminat ist, erfahren wir 2010, wenn wir umziehen.
Haftungsausschluss
Ich gebe die Informationen nach bestem Wissen und Gewissen, jedoch übernehme
ich keinerlei Haftung für eventuell entstehende Schäden. Jedes
Tier reagiert individuell, es gibt Richtlinien, aber keine absoluten Wahrheiten.
Was immer ihr baut, womit immer ihr es baut, es ist eure Entscheidung und
Verantwortung.
Novi www.salatgurken.net