Schlafbereich
Schlaf- und Ruhebereiche sind ein Muss für jedes Gehege. Diese sollte man auch nicht ändern, wohingegen man im Spielbereich schon mal umstellen kann. Am besten wisst ihr, wo eure Tiere am liebsten Schlafen und diese Bereiche lasst dann bitte unverändert.

Barrierefreiheit: Blinde Meerschweinchen benötigen ein unverändertes Gehege, jede Veränderung ist Stress. Im Auslauf gehen sie aber gern erkunden, nur daheim sollte alles wie immer sein.
Die Auswahl des oder der Schlafhäuschen hängt von der Anzahl der Tiere und den Platzverhältnissen ab.
Ebene
Bei Grundflächen bis 140x70 cm oder in Quarantänekäfigen eher zu empfehlen als Häuser.
Hier sollte eine Ebene so eingezogen werden, dass die Tiere darunter schlafen können.
Das Hinstellen eines Hauses würde soviel Platz wegnehmen, dass ich dies nicht
anrate.
Eine solche Ebene stört nicht beim Herumrasen und hat den zusätzlichen Vorteil,
oben auf noch Platz anzubieten, der von den Meerschweinchen zum Schlafen, Spielen, Rennen,
Fressen, ... genutzt werden kann.
Wir nutzen Häuser eigentlich nur noch als zusätzliche Einrichtungen. Insgesamt sind unsere Gehege so aufgebaut, dass überall Ebenen existieren, unter denen sich Ruheräume ergeben.

Hausarten
Allgemein ist es empfehlenswert Häuser mit mehreren Eingängen anzubieten. Da Meerschweinchen in einer strengen Hierarchie leben, muss das rangniedere Tier jederzeit seinen Platz frei machen können, also auch das Haus verlassen, wenn der Chef vor der Tür steht.
Mehrere Eingänge

Hinten in der Kombination mit Ebene steht ein Haus mit drei Eingängen. Zwei vorn und einer seitlich. Die Kombination selbst bietet mehr Platz und Versteckmöglichkeiten an, durch das Haus darin bekommen die Tiere weitere Ausweichmöglichkeiten.
Unten sieht man Javalinas Bettchen oben darauf stehen. An der Ecke steht das Haus in einer Gehegeecke. Die Hanfmatte auf der anderen Seite bietet sicheren Tritt, da das Haus nicht nur als Schlafhaus und Hochbett, sondern auch als Aufgang zu einer Etage dient. Der seitliche Eingang kann hierbei sinnvoll genutzt werden, da es dort ebenfalls weitergeht im Erdgeschoss. So kann man unten durch's Haus im Erdgeschoss in einen anderen Gehegeteil wechseln oder über das Hausdach nach oben gelangen.


Unter der Hanfmatte sind Reste von Fliegengitter-Klettband auf das Dach geklebt, damit die Hanfmatte sicheren Halt bietet und dabei nicht selbst verrutscht.
Ein Eingang

Ihr müsst euch
im Klaren darüber sein, dass rangniedere Meerschweinchen in diesem Haus in der Falle sitzen.
Sie können einem ranghöheren nicht ausweichen. Kein zweiter
Ausgang.
Wir haben so ein Haus, wir wägen ab, ob wir es einer speziellen Gruppe geben können
oder besser nicht. Und wenn es Gerangel gibt, geht das Haus als erstes raus aus dem
entsprechenden Gehege. Es wäre sonst ein zusätzlicher Stressfaktor.
Festgestellt haben wir aber, dass alte Meerschweinchen Häuser mit nur einem Eingang
benutzen, um in Ruhe zu fressen. Meist futtern sie langsamer und andere Tiere klauen ihnen ihre Speisen.
Ein Haus mit nur einem Eingang lässt sich gut verteidigen gegen Futterräuber und die älteren
Tiere vererben irgendwie hier bei uns ihr Haus. Also es wird immer wieder von den Alten in Beschlag genommen.
Wichtig: Das Fenster macht dieses Haus eigentlich unbrauchbar. Meerschweinchen können versuchen, wenn der Chef vor der Tür steht, da entlang hinaus zu kommen. Deswegen Fenster entweder zu einem zweiten Eingang aufsägen oder verschließen.
gar kein Eingang
Gar kein Eingang ist ähnlich einer Schlafebene, die Front bleibt offen. Der große Vorteil besteht darin, dass die Tiere jederzeit sehen, was auf sie zu kommt (auch ihren Chef). Viele lieben diese Häuschen, weil sie dösend die Umgebung im Blick haben.
Dieses Haus ist gemütlich. Schwein sieht nicht nur, was kommt, sondern kann knabbern. Oben auf sitzt es sich prima und unten drin ruht es sich gut.

Unterstand

Unterstände sind ein Dach über dem Kopf auf Beinen. Die Tiere haben in alle Richtungen
freie Sicht, können aber auch aus allen Richtungen von anderen Tieren erreicht werden. Unterstände
sind mit Hängematten versehen, recht beliebt. Ansonsten sollte man sie eher in eine Ecke stellen, damit
sie als Schlafplatz genutzt werden.
Der abgebildete steht auf Knabberbeinen und rechts daneben sieht man noch einen Lavastein, der als Heuraufe dient.
Kartonhaus

Unbedruckte Kartons eignen sich wunderbar als Häuschen. Bei uns finden sie meist im Zimmerauslauf großen Zuspruch, aber gelegentlich stellen wir sie auch in die Gehege.
Ob im Auslauf oder Gehege nicht nur der Sonnenanbeter liebt sein Haus.
Grashaus
Viele Grashäuser haben, obwohl für Meerschweinchen drauf steht, viel zu kleine Eingänge. Wenn eure Meerschweinchen keine kleinen zierlichen Gestalten sind, bleiben sie im Eingang stecken. Die Lösung ist einfach:
Am Eingang die einzelnen Lagen etwas auseinander ziehen und dann mit einem Messer, einer Schere die Verstärkung zerschneiden.


Nun den Eingang vorsichtig auseinander ziehen bis er die gewünschte Breite hat. Fertig.

Schlafbereich Buchwald

Dieser Schlaf-, Ruhebereich kann bis zu drei Tieren dienen.
- Das benagbare Haus mit zwei Eingängen bietet normalerweise einem Tier Platz. In Situationen, in denen die Tiere in Sicherheit flüchten quetschen sich da auch mehr Tiere hinein, aber zum Schlafen ist das Haus nur für eines geeignet.
- Das Grashaus bietet ebenfalls einem Tier Platz.
- Die Hängematte bietet oben und unten ein Platz für ein Nickerchen an.
Hausputz
Holzhäuser kann man zwei Finger hoch mit Spielzeuglack bepinseln. Da in den Häusern
häufig gepieselt wird, schützt man so das Holz und sie lassen sich leicht abwischen.
Komplettreinigungen sollten einfach mit klarem Wasser und einer Wurzelbürste stattfinden.
Zum Trocknen stellt man die Häuschen in die Sonne (Fensterbrett) oder einfach luftig auf.
Reinigung wegen Parasiten
Bei Reinigung wegen Parasiten nimmt man zum Putzen Essig oder Zitronenwasser, spült mit reichlich klarem Wasser nach und kann die Häuschen bei 120 bis 150 Grad für eine viertel Stunde in den Backofen stecken.

Das Experiment
In der DMSL wurde ich darauf aufmerksam, dass bei anderen Schäden an den Häusern
entstanden, wenn diese feucht in den Backofen kamen. Es wurde
dort angegeben, dass der Backofen auf 100°C eingestellt war und die Backzeiten eine halbe Stunde und länger
waren. Wir empfehlen 120-150 Grad und nur 15 Minuten und hatten bisher keinerlei Schäden.
Also ein Experiment:
Beschreibung: Zwei Leimholzbrettchen, ein Sperrholzbrett und ein Sperrholzhäuschen werden nass/ trocken bei 100 ° C für 40 Minuten in den Backofen gestellt.
Ergebnis: Nach 20 Minuten sind keine Schäden sichtbar weder bei den feucht noch bei den trocken in den Backofen eingelegten Materialien. Nach 40 Minuten zeigen sich deutlich Risse durch Austrocknung des Holzes.
Fazit: Besser eine höhere Temperatur kurzzeitig als lange bei geringerer Temperatur im Ofen. Gegen Parasiten und ihre Eier ist beides wirksam.
Durchführung
Ein Leimholzbrettchen wird nass gebürstet, das andere bleibt trocken. Anschließend werden
beide in den Backofen gelegt. Das Haus wird nass abgebürstet. Der Spalt zwischen Dach und Wand beträgt 6mm vor dem Backen.
nach 20 Minuten: keine Veränderungen
nach 30 Minuten: Bei den Holzbrettchen habe ich vergessen nachzusehen. :-/ Beim Häuschen ist keine
Veränderung sichtbar.
nach 43 Minuten: an den Stellen, an denen die einzelnen Leimholzstreifen miteinander verklebt sind, bilden sich
Risse. Beim Sperrholz bilden sich braune Stellen auf der Außenseite und es wird rauher. Beide Holzarten harzen etwas. Das Haus
hat alles gut überstanden. Der Spalt zwischen Dach und Wand beträgt nun 7mm.
Zu erwarten und normal: Das Holz wird insgesamt rauher, was jedoch mit der Feuchtigkeit zusammenhägt. Zum Schleifen macht man Holz nass, um es feiner zu schleifen, dabei nutzt man diesen Effekt.
Riss im Leimholz an der Klebestelle nach 40 Minuten bei 100°C


Sperrholz nach 40 Minuten bei 100°C,
rauh aber ohne große Schäden
links: Schaden am Holzhaus vor und nach dem Erhitzen
Novella Calow - www.salatgurken.net