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| Es war einmal ein eineinhalbjähriges, mickrig kleines Meerschweinchen namens Bienchen, welches in einem Käfig der Größe Transportbox von der Mama des kleinen Besitzers bei einer Pflegestelle abgeladen wurde und so eine Reise begann, die zu einer schweren Probe führen sollte. Sie tat sich sofort hervor. Als erstes biss Bienchen die Pflegerin dermassen kräftig in den Finger, dass die Blutung immer wieder aufbrach und anschließend suchte sie sich aus dem Frischfutter den Salat als einzig Fressbares heraus. Auf Grund dieser Vorliebe verwundert es nicht, dass sich alsbald das 2Bein der Salatfresserchen meldete und von Seiten der Pflegestelle einem Umzug nichts im Wege stand. | ![]() |
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Alle fanden schnell heraus, dass Rabautzi nur dann knappte, wenn man sich von rechts näherte. Frau Dr. Schreck* stellte darauf angesprochen fest, das rechte Auge ist blind. Nicht desto trotz musste sie gerade jetzt ihre schwere Probe bestehen. An Gewicht und Größe hatte sie zugelegt, durch ausgiebige Erkundungen an Sicherheit gewonnen und von Artgenossen eingewiesen, konnte sie sich gegen alles behaupten, was bisher geschah. Aber dieses gewachsene Meerschweinchen stellte sich nun dem Grausamsten des Grausamen. Sie kämpfte tagelang mit immer neuem Mut, wie es nur die ganz Großen vollbringen, und vernichtete letztendlich die gefürchtete Hieb- und Stichwaffe bis von deren schauerlicher Gestalt nichts mehr übrig war. Sie siegte. Nie wieder würde eine Mohrrübe ihr weh tun, denn sie, die große Rabautzi, fräße sie einfach auf. |
So gestärkt, spielte sie mit Salat- und Snackball, ging auf Entdeckungstouren in 2Beins Grünpflanzen, kletterte vom Boden auf die Sitzfläche der Couch zu den Erbsenflockenhänden und schlief lang ausgestreckt als Verkehrsinsel mitten im Zimmer. Ab und zu war sie ziemlich genervt, von wegen Haarwirbel aus den Augen schneiden oder gar Krallen von den Pfoten. Es gab einen Plauz, sie hielt energisch doch sanft einen Finger zwischen den Zähnen, schaute unnachgiebig in 2Beins Augen - das große Bautz war geboren.
*Name geändert
Heidelberg, 01.11.05
PS Nach einiger Zeit reagierte Bautz's rechtes Auge wieder und sie kann nun damit in die Welt blicken. Was war, wissen wir nicht.
Wo und wann ich geboren wurde, das weiß ich nicht. Aber mein bisheriges
Leben als Meerschweinchen reicht bereits aus, um eine Geschichte zu erzählen.
Es beginnt im grauen, regnerischen Herbst. Ich döse im Käfig vor
mich hin, versuche von meiner Frau etwas abzurücken, weil sie zickig
ist in letzter Zeit. Nur Abrücken geht schlecht, denn ich liege bereits
am Gitter und sie auf der anderen Seite auch. In ihrem Bauch wachsen meine
Kinder, mittlerweile ist sie so dick, dass wir uns kaum noch drehen können,
aber das müssen wir auch nicht, denn das 2Bein wirft uns das Futter sowieso
vor die Nase. Ab und zu beißen wir nach einander, nicht schlimm, nur weil
es so eng ist. Meine Frau wird unruhig und rempelt mich an, als sie ihre Nase
zum Po streckt. Ich schaue nach, was sie tut, da guckt mich ein kleines Fellbündel
an. Sie schiebt es zur Seite, leckt es trocken und dann kommt bereits mein
zweites Kind zur Welt. Als sie fertig ist, hocken wir zu sechst da. Echt eng.
Die Babys gehen mir auf die Nerven. Ich beiße sie weg. Sie quieken erschrocken
und stolpern übereinander, über sich selbst und über uns. Als
das 2Bein das sieht, hat es Erbarmen und holt wenigstens eins der Babys weg.
Wohin weiß ich nicht, denn ich bin beschäftigt. Meine Frau riecht so
gut. Ich bespringe sie, dass ich dabei auf die Kleinen trete, interessiert
mich nicht.
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Die Kleinen wachsen, es ist einfach kein Platz für sie da, ich beiße sie, sie fürchten mich. Aber sie können mir nicht aus dem Weg gehen. Nach einer viel zu langen Zeit zeigt sich das 2Bein wieder verständnisvoll und holt noch eines von den Kleinen weg. Ich bin froh, denn meine Frau wird auch schon wieder dicker und die restlichen 2 Babys sind nicht mehr viel weniger als ich. Mein einer Sohn fängt jetzt auch an, zurück zu beißen. Ich bin stärker, er blutet mehr als ich. Es dauert noch eine halbe Ewigkeit, doch irgendwann hat das 2Bein alle Babys geholt und fort gebracht. Zwischendurch hatte ich ein wehes Auge, aber es schmerzt nicht mehr, auch wenn ich damit kaum noch etwas sehe. Es ist in Ordnung und ich döse im Käfig vor mich hin, versuche von meiner Frau etwas abzurücken, weil sie zickig ist in letzter Zeit. Nur Abrücken geht schlecht, denn ich liege bereits am Gitter und sie auf der anderen Seite auch. In ihrem Bauch wachsen meine Kinder, mittlerweile ist sie so dick, dass wir uns kaum noch drehen können, aber das müssen wir auch nicht, denn das 2Bein wirft uns das Futter sowieso vor die Nase. |
Dann kommt ein anderes 2Bein. Es nimmt unseren Käfig. Schaukelnd trägt
es uns weg. Jedes Schaukeln löst Krämpfe bei mir aus, weil es so
juckt und schmerzt. Ich liege zuckend da und kann nichts mehr machen. Eins
der Kinder kugelt über mich, es tut weh, aber ich beiße es nicht,
ich zucke nur, ohne es zu wollen. Irgendwann hört das Schaukeln auf.
Ich bin so müde. Ein 2Bein holt mich aus dem Käfig, dann kommt ein
anderes 2Bein und noch eins. Plötzlich stinkt es um mich herum ganz schrecklich
und mein ganzer Körper brennt. Meine Augen tränen. Ich zucke müde.
Später finde ich mich in einem Käfig wieder. Er ist größer,
viel größer und nur eins meiner Kinder ist da. Es gibt auch Futter,
richtig duftendes Heu und Möhren, mir läuft das Wasser im Mund zusammen,
aber ich bin so müde. Ein großes und ein kleines 2Bein stehen in
der Nähe und schauen zu mir. Sie reden und erzählen, dass zwei meiner
Kinder tot sind. Sie sagen zu mir, ich solle mich anstrengen, wenn ich gesunde,
wartet ein schönes Leben auf mich. Ich schlafe ein. Als ich aufwache,
merke ich, dass es nicht mehr juckt und ich fühle mich auch besser. Das
duftende Heu liegt noch da, ich gehe mehrere Schritte, so weit muss ich laufen,
um hin zu gelangen. Meine Nase saugt den Duft und ich futtere. Als ich umkippe,
bleibe ich einfach liegen und mümmele weiter Heu. Dann kommt das große
2Bein und holt mich heraus. Ich will weglaufen, aber ich bin schon wieder
müde, so müde. Das 2Bein bettet mich in einen Arm und dann wird
es auf meiner geschundenen Haut kühl, angenehm kühl. Es dauert etwas,
weil sie überall, wo ich kein Fell mehr habe, das Kühle aufbringt
und anschließend setzt sie mich wieder zu meinem Sohn in den großen Käfig
mit dem duftenden Heu. Ich bin geschafft und schlafe ein.
| Nach einiger Zeit nimmt das große 2Bein mich wie immer aus dem Käfig. Aber diesmal steigt sie mit mir Treppen hinunter. Plötzlich sind wir an einem Ort, wo die Luft in Bewegung ist und verführerisch duftet. Sie setzt mich auf etwas grünes, welches sie Wiese nennt und sagt, dass das Gras jetzt im Frühling am zartesten wäre. Dort begegne ich zwei fremden Meerschweinchen. Sie kommen an und ich muss kämpfen. Aber ich will nicht kämpfen und sage ihnen das. Die Wiese kann man fressen und sie schmeckt. Auf die nackte Haut und das Fell scheint mir die Sonne. Ich freue mich, jetzt verstehe ich, was das große 2Bein mit einem schönen Leben gemeint hat. Mit den Hinterbeinen stosse ich mich kräftig ab, die Vorderbeine fliegen in die Luft, ich vollführe eine Drehung und lande wieder im saftigen Grün. Das ist toll. Wie angestochen hopse ich über die Wiese. Müde bin ich schon lange nicht mehr. | ![]() |
Kurz darauf kommen das große und das kleine 2Bein mit zwei fremden
2Beinern in den Stall. Alle sehen uns an. Mich stört das nicht, denn
das eine andere Schweinchen hat gerade ein Stück Möhre gefunden,
welches ich für mich versteckte. Also muss ich es mir zurück holen.
Doch plötzlich, ich bin wirklich beschäftigt, packt das kleine 2Bein
mich und nimmt mich auf den Arm. Ich schaue mich um, die fremden 2Beins riechen
nach anderen Meerschweinchen. Nach Meerschweinchen, die ich nicht kenne. Aber
eigentlich, nein, es interessiert mich nicht. Ich will zu meiner Möhre.
Doch das kleine 2Bein setzt mich auf einen der fremden Arme und das zweite
unbekannte 2Bein streckt mir seine Nase entgegen. Dann guckt das Nasen2Bein
mich an, von allen Seiten und aus allen Perspektiven. Es nickt, sagt etwas
und das Arm2Bein mit mir antwortet. Nun sitze ich ganz allein in einer Höhle,
die etwa so groß ist wie früher der Käfig, in dem ich mit meiner
Frau lebte. Es beginnt zu schaukeln, als das aufhört, beginnt es zu brummen.
Lange brummt es und dann schaukelt es wieder. Letztendlich sitze ich dann
in einem Käfig wie jenem, in welchem ich mit meinem Sohn das duftende
Heu fraß, aber viel kleiner als mein Stall und außerdem bin ich allein. Eine
Wiese sehe ich auch nicht. Ich sehe überhaupt nichts, weil ich mich in
einem Haus verstecke.
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Die fremden 2Beins sagen mir dann, dass ich zum
Weißkittel soll und danach auf Sichtweite zu den Meerschweinchen
komme, die ich höre. Mir gefällt das alles nicht. Nach ein paar Dunkelheiten gewöhne ich mich an die Geräusche. So schlecht ist es hier gar nicht. Mehrmals am Tag bekomme ich Futter und einmal ist das immer ein Berg Wiese. Mittlerweile steht mein Käfig so, dass ich andere Meerschweinchen sehen kann. Vom Geruch her alles Jungs. Einer ist sehr neugierig, der knabbert an meinen Gitterstäben und will zu mir. Ich halte etwas Abstand. Aber als der Schutz nicht kaputt geht, schnuppere ich an seiner Nase. Dann verschwindet der Käfig und ich lebe mit vier anderen, viel größeren Schweinejungs zusammen. Max regiert hier, also kämpfe ich mit ihm. |
| Brommseln mache ich lieber mit Max
und ab und zu mit dem langweiligen Opa, der in meinem Reich rumdöst.
Der neugierige Jüngere ist nicht mehr da, ich rieche und höre
ihn sowie einen Fremden, kann die aber nicht finden. Der Neugierige rappelte
vor kurzem unnachgiebig heftig, was meine Chance war. Denn Max versteckte
sich ängstlich, mag nun nicht mehr kämpfen. Deswegen bin ich
Chefbock und der Jüngere ist weg. Auf die Wiese, die ich in der ersten Zeit gar nicht sah, darf ich manchmal mit Max und den Opas zusammen. Die 2Beins holen uns raus, wenn das Wetter gut ist. Was Wetter ist, weiß ich nicht. Dafür kenne ich jetzt Dinge, die ein schönes Leben ausmachen, zum Beispiel Möhren, Rennstrecken, Petersilie und Schlafhäuschen, Kuschelröhren und außerdem bekam ich mit der Zeit wieder richtig glänzendes, weiches, volles Fell. Die vielen Narben sieht man nur, wenn man mich knuddelt, was ich ab und zu gern mag. Dann erzähle ich den 2Beins immer, wie mein Tag war und sie reden auch mit mir. Dadurch erfuhr ich, dass meine Frau ebenfalls überlebte und ein schönes Zuhause fand. Der einzige Sohn von mir, der lebt, war noch klein und durfte als erster ins neue Heim. Alle meine anderen Kinder starben. Meine 2Beins sagen, die vielen Babys hätte man einer Schlange gegeben, die die so gern frass wie ich Möhren, |
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Ja, das war meine bisherige Geschichte. Meine 2Beins sagen, dass sie gespannt
sind, wie ich alt werde. Ob ich dann immer noch so viel kämpfe und beiße
und mein Futter überall verstecke. Sie erzählen auch, dass ich unglaublich
bin, weil ich so schnell lerne und immer auf Entdeckungsreisen gehe, alles
genau untersuche und mich überall zurecht finde, obwohl ich fast einäugig
bin.
erzählt am 04.07.03 in Zwergenhausen meinem Daheim in der
2Bein-Stadt Saarbrücken.
Möhrwin starb im Januar 2006. Bis dahin hatte er sich zu einem ausgeglichenen Wonneproppen entwickelt, der immer gut drauf war, schlechte Tage nicht kannte. Möhren, sein Weibchen und Rennstrecken mehr brauchte er nicht zum Glücklichsein.
Seitenanfang| Tannenharzduft in allen Räumen, lässt ältere Meeris vom Futter träumen. Aufgeregt wuseln sie durch die Wohnung, denn zu Ende ist die Blautannenschonung. Auch Äpfel, Dill und Gurken haben sie schon geborgen. Und wo niemals Leckerlis lagen, gibt es sie reichlich in diesen Tagen. Es riecht so gut aus verschiedenen Kisten, mit den Zähnen kann man 2Beins überlisten. Man packt ganz einfach die Kisten aus und fertig ist schon der Festtagsschmaus. Auch die Babyschweinis schon groß, noch klein Entdecken: Ja, die Weihnachtszeit ist fein. Denn im Gänsemarsch den Alten hinterher, dann schnell überholt, ist doch gar nicht schwer. Der Schach, o je, der ist noch zu klein, fällt fast in den Weihnachtsbaumständer hinein. Chefschweini schubst ihn gerade noch weg, kommt er davon mit einem Schreck. Doch Entdecker, der der Kleine ist, findet er die Orange, die er alleine frisst. Chefschweini kommt, muigt, du bist ein Depp, die Schale muss doch vorher weg! Schach schließt sich wieder den Alten an, weil er von denen lernen kann. Alle schmausen nun friedlich beinander Fröhliche Schweinacht auch allen andern! |
Schweinachten 2005 Rotte & Sokil unterm Baum |
Die Salatfresserchen
Schlawiner, Dumpfbacke, Mäxchen & Schach
Saarbrücken, Weihnachten 2002
Die beiden Meerschweinchen Dumpfbacke und Schlawiner sowie die 3 Rennmäuse
Faulpelz, Drummer und Ups lebten bereits eine Weile bei mir, als ich das Internet
entdeckte. Um den heimischen PC fit zu bekommen, musste eine Modemleitung
her. Diese legte ich an der Wand unter die Auslegware, führte sie hinter
dem Regal entlang in den Flur zur Telefonbuchse. Dort wo die Leitung offen
über die Türschwelle führte, klebte ich Teppichband darüber.
So gesichert, dachte ich, kann einfach nichts passieren.
Die erste Attacke
Die Rennmäuse erhielten im Flur Auslauf. Wie immer setzte ich mich dazu
und beobachtete, wie sie das Schuhregal hinauf kletterten, meine Stiefel von
innen erkundeten und gelegentlich quer durch den Raum rasten, die dort ausgelegten
Kartons und Röhren durchstreiften, um im Zustand des Hungers mal eben
auf meinem Schoss vorbei zu schauen. Zwar steckte meine Nase nebenbei in einem
Buch, jedoch glaubte ich, meiner Aufsichtspflicht nachzukommen.
Am Abend wollte ich mich dann ins Netz begeben. Pustekuchen. Die Fehlermeldung
lautete: Modem empfängt kein Trägersignal. Nachdem ich Modem und
Stecker überprüfte, kontrollierte ich Zentimeter für Zentimeter
die Leitung. Im Flur begonnen, wurde ich sehr schnell fündig. Auf der
Türschwelle war auf 5 Zentimeter Länge sowohl das Teppichband als
auch die äußere Isolation abgenagt und die innere Isolation einer der
vier Strippen auch. Und weil es so schön ist, ragten mir dann noch gekappte
Drähte entgegen. Zum Glück waren alle drei Mäuse nach dem Auslauf
mobil wie immer und die Leitung etwas länger als nötig, so dass
ich sie flicken konnte.
Die zweite Attacke
Wieder abend und wieder wollte ich ins Netz und bekam schon wieder diese Fehlermeldung.
Also begann ich gleich im Flur mit der Kabelkontrolle. Tastete mich vor, langte
im Wohnzimmer an. Nix. Ein Schaden unter der Auslegware? Mit der Taschenlampe
machte ich mich auf die weitere Suche. Am Fusse des Bücherregals blitzte
dann das blanke Metall. Nagespuren an der Auslegware wiesen auf die Methode
hin. Ich zog an der Leitung und zerrte etwas, aber kein Spielraum mehr, keine
zusätzliche Länge, um den Schaden zu flicken. Eine neue Leitung
musste her. 21 Uhr abends - nicht möglich. Frustriert sah ich mich im
Zimmer um. Unter dem Schreibtisch blitzte es ebenfalls, zwei Augen, frech,
voller Schalk und dann kam tapp-tapp-tapp Schlawiner angewackelt, um seine
Belohnung abzuholen.
