Täglich


Rennmäuse sind Gruppentiere und benötigen mindestens einen artgleichen Partner. Man achtet jedoch auf Gleichgeschlechtlichkeit, da die Vermehrungsgeschwindigkeit unheimlich ist. Ein Wurf kann aus bis zu 11 Jungtieren bestehen. Gut vertragen sich Tiere, die sich von klein auf kennen. Wurfgeschwister streiten selten und werden durch ihre Gleichaltrigkeit lange beieinander sein können.
Es ist relativ egal, für welches Geschlecht man sich entscheidet. Zwar heißt
es, dass sich Brüder besser vertragen als Schwestern, haben die Tiere jedoch
einen interssanten Käfig, der auch genug Platz bietet, sind keine Probleme zu
erwarten.
Wenn man jedoch zwei Tiere hat, die sich fremd sind, kann es geschlechtsunabhängig
zu unlösbaren Problemen kommen.
Am besten erkennt man Weibchen an den 8 Zitzen auf der Bauchseite. Bei den Männchen kann man je nach Alter deutlich die Hoden am Schwanzansatz sehen. Bei sehr jungen Tieren sollte man jedoch besser nach den Zitzen suchen.
Auf folgendes zu achten, kann einfach nicht verkehrt sein:
Für Menschen, die ihre Renner nicht am Geruch unterscheiden können, ist es meist von Vorteil, verschieden farbige Mäuse zu kaufen. Bei einfarbigen und wildfarbenen (agouti) Tieren fällt eine Unterscheidung oft sehr schwer oder ist gar nur durch den Charakter möglich. Unsere 3er-Gang konnten wir ausschließlich am Verhalten identifizieren. Später erkannten wir Ups dadurch, dass er keine Duftdrüse mehr hatte. Doch ohne jegliche Narben oder Farbkennzeichen war eine sofortige Unterscheidung ohne längere Beobachtung des Verhaltens einfach unmöglich. Gerade für Kinder ist dies jedoch wichtig, um ein gutes Verhältnis zu den Rennern herzustellen.
Einander unbekannte ältere Tiere zu vergesellschaften,
hat viel mit Glück zu tun.
Haben Sie ein Einzeltier gekauft oder ist der Partner verstorben, wird es
schwierig, dieses an einen neuen Gefährten zu gewöhnen. Fremde Rennmäuse
werden verbissen. In engen Käfigen, ohne Fluchtmöglichkeiten bedeuten dies
den Tod des schwächeren Tieres. Zum Aneinandergewöhnen benötigt man ein
Jungtier. Dieses wäre jedoch über kurz oder lang wieder allein, wenn das
ältere Tier stirbt. Deswegen holt man dann gleich zwei Jungtiere.
Methode Ein kleiner Käfig, etwa 20x30cm groß, wird mit einem fest
sitzenden Maschendraht (Masche max. 12mm) geteilt. In die eine Hälfte kommt
das ältere Tier in die andere die beiden Jungen. Zweimal täglich setzt man
die Tiere in die jeweils andere Hälfte. Dadurch gleicht sich der Geruch
der Tiere nach und nach an und wird vertraut. Nach zwei bis drei Tagen mit
diesem Verfahren setzt man die aggressivere Maus (entweder die ältere oder
beide Jungen) zu der/den friedlicheren Mäusen. Flammt Streit auf, trennt
man sie wieder und verfährt noch einmal ein bis zwei Tage nach obiger Methode,
also zweimal täglich Käfigseite wechseln. Dann versucht man es erneut. Bleiben
die Tiere beim Zusammensetzen friedlich, beobachten man noch einen Tag lang.
Danach kann man sie allesamt in einen sauberen entsprechend großen Käfig
einziehen lassen.
Ich habe etwas gegen "Kinderzimmerzuchten" und bin
der Meinung, Nachwuchs sollte es nur bei verantwortungsvollen Züchtern geben.
Natürlich sind Babies schön, niedlich, süß und was weiß ich noch alles. Aber
haben Sie Abnehmer für bis zu 11 Rennmäuse pro Wurf? Und wie oft haben sie
Abnehmer für eine so beträchtliche Anzahl von Jungtieren? Oder bringen Sie
die Jungtiere dann lieber in die Zoohandlung? Wissen Sie, wer die Tiere dort
kauft, wie sie dann gehalten werden oder ob sie nicht von vornherein Schlangenfutter
sind?
Unkontrollierter Nachwuchs muss vermieden werden. Wollen Sie jedoch in die
Zucht einsteigen und zu einem verantwortungsvollen Züchter heranwachsen, möchten
Sie ein bestimmtes Zuchtziel verfolgen, dann tun Sie das. Informieren Sie
sich bitte gut, lernen Sie vor dem Ausprobieren und vielleicht können Sie
aus dem Austausch mit anderen Züchtern viel Wissenswertes ziehen. Im Internet
gibt es viele Möglichkeiten. Nur bitte ich von ganzem Herzen, machen Sie sich
kundig, bevor Sie beginnen.
Durch meine Einstellung bin ich nicht gewillt, auf meinen Seiten Informationen
zu Genetik und ähnlichem zu geben. Aber es gibt entsprechende Literatur und
andere Seiten.
Rennmäuse brauchen Auslauf, denn sie tragen ihren Namen
zu recht. Ein besonderes Vergnügen für die kleinen Gesellen ist natürlich
der Wohnungsauslauf. Dort werden sie nicht nur herumflitzen, sondern auch
Regale erklettern. Kein noch so schöner Käfig, kein Käfigverbundsystem kann
dies ersetzen.
Vorher sollten Gefahrenquellen unschädlich gemacht werden. Dazu gehört, dass
man alles wegräumt, was keinesfalls angenagt werden darf. Dazu zählen natürlich
Elektroleitungen, Telefonleitungen, Trockenblumensträuße, giftige Zimmerpflanzen
und auch solche, die sie nicht benagen lassen möchten, Bücher, Zeitschriften,
Papiere etc. Dann müssen alle Schranktüren geschlossen werden, dabei sollte
unbedingt bedacht werden, dass alle Rennmäuse bis 40cm hoch springen können
und es unter ihnen dann noch Hochspringertalente gibt, die das übertreffen.
An rauhen oder geneigten Flächen klettern sie mühelos rauf und runter, ein
Sofa wird so schnell erklommen. Fenster und die Terassentür schließen.
Beobachten sie ihre Rennmäuse beim Freilauf, sie werden richtig Spass haben.
Das Beenden des Wohnungsauslaufs kann dann jedoch schwierig sein. Hier nutzt
man die Neugier der Tiere. Ein Karton, der nur an einer Seite offen ist, eignet
sich sehr gut. Die Mäuse werden ihn erkunden wollen und wenn sie drin sind,
verschließt man die Öffnung und trägt sie zum Käfig. Meist muss man sie auf
diese Art einzeln einfangen. Verstecken sie sich, holte ich immer die Taschenlampe.
Unsere folgten dem Licht der Lampe, wodurch man sie hinter Schränken und unter
dem Sofa leicht hervorlocken konnte. Mit Leckereien klappt das auch und bei
manch einem Tier hilft singen. Reden kann man sowieso beim Einfangen, weil
die Renner dann neugierig gucken kommen.