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Die artgerechte Haltung von Wellensittichen

Inhalt:

  • Vorwort
  • Einzel-, Paar- oder Schwarmhaltung?
  • Umgangsformen
  • Altersbestimmung
  • Geschlechtsbestimmung
  • Nachwuchs?
  • Der tägliche Freiflug - Einrichtung des Vogelzimmers, Gefahren, Gifte
  • Pflege der Tiere
  • Vorwort

    Die BRD ist das erste Land der Welt, welches den Tierschutz im Grundgesetz festschrieb. Dies deutet darauf hin, dass die Deutschen Interesse am Leben der Nutz- und Heimtiere haben.Bei der Heimtierhaltung findet man schlechte Bedingungen oft durch fehlende oder falsche Informationen. Diese Seite will informieren.

    Einzel- oder Schwarmhaltung

    Mindestens zwei Wellensittiche sollten selbstverständlich sein. Einsame Wellensittiche entwickeln Fehlverhalten, sind krankheitsanfällig und vor allem unglücklich.
    Ab einer Anzahl von zwei Wellensittichen können sie ihr angeborenes Sozialverhalten entfalten. Der Halter lernt seine Vögel wesentlich besser kennen und verstehen.

    Die nicht vermeidbare Abwesenheit der Bezugsperson stürzt das Tier nicht in Traurigkeit, obwohl sie auf die Rückkehr freudig reagieren werden.


    Der Satz, mehrere Wellensittiche werden nicht so zutraulich wie Einzeltiere ist insofern kein Vorurteil, als dass das Einzeltier gezwungen wird, sich an den Halter anzuschließen. Hat man mehrere Vögel, besteht kein Zwang. Doch eine intensive Beschäftigung mit den Vögeln wird sie ebenso zutraulich machen auf freiwilliger Basis.

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    Umgangsformen mit Wellensittichen

    Wenn der Halter isst, beginnen die Wellensittiche mit Fressen. Sie nehmen einfach am Familienleben teil. Dies bedeutet eine Menge Spass. Guten Morgen kann man ruhig sagen und Gute Nacht, bevor man das Licht ausknipst, sollte man sogar. Das gemeinsame Spiel festigt die Bande.

    Zahm oder scheu wird erlernt. Wer mit seinen Tieren redet, ihnen Leckereien aus der Hand anbietet, wird als Kumpel akzeptiert sein. Wer seine Wellensittiche jagt, wird als Feind angesehen.

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    Altersbestimmung

    Ein Wellensittich hat bis zur Jugendmauser mit ca 7 Monaten eine Wellenzeichnung des Stirngefieders. Die Kehltupfer werden ebenfalls erst gebildet, wenn das Tier über ein halbes Jahr alt ist.
    Allgemein kann man am leuchtenden Gefieder Jungtiere erkennen, ebenso an der geringen Verhornung der Füsse. Ob ein Wellensittich jedoch 7 oder 15 Jahre alt ist, diese Frage wird unbeantwortet bleiben müssen, wenn man seine Geschichte nicht kennt.

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    Pipja als sie 3,5 Jahre alt war

    Geschlechtsbestimmung

    Männchen erkennt man an einer rosa-blau bis lila Wachshautfärbung, welche im Alter blau wird und eine glatte Oberfläche aufweist. Zu beachten ist, dass die Nasenhaut durchaus auch rosa wie bei der Henne sein kann, aber die Ränder der Nasenlöcher weisen beim Hahn nicht den weißen Ring auf.

    Weibchen haben ab der dritten Lebenswoche eine helle Färbung an den Rändern der Nasenlöcher, weißer Ring drumherum. Mit etwa 9 Monaten färbt sich die Wachshaut braun und zeigt eine rauhe Oberfläche. Die Braunfärbung muss nicht durchgängig vorhanden sein, sondern kann außerhalb der Brunstzeiten rosa, teilweise sogar bläulich schimmern.

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    Nachwuchs?

    Für die Zucht von Wellensittichen, worunter jeglicher Nachwuchs zählt, benötigt man eine Genehmigung nach dem Tierseuchengesetz (§17g) und der Psittakoseverordnung. Die Papageienkrankheit stellt zwar derzeit keine große Bedrohung mehr dar, aber der Gesetzgeber will sicherstellen, dass nur mit gesunden Vögeln gezüchtet wird. Jeder Vogel muss einen Ring tragen, damit eventuelle Erkrankungen auf den Herkunftsbestand zurückgeführt werden können. Diesen Ring dürfen die Tiere nicht abgenommen bekommen, es sei denn, ihnen droht dadurch eine Verletzung.
    Vorher nachdenken! Sind die künftigen Eltern gesund? Kann man den Nachwuchs behalten? Hat man Abnehmer, die den Wellensittichen ein artgerechtes Leben bieten werden? Ein Anruf im Tierheim, bei Wellensittich-Nothilfen bringt eventuell auch Stoff zum Nachdenken, ob Nachwuchs überhaupt sinnvoll ist.
    Alle weiteren Informationen zur Auswahl von Zuchttieren, Voraussetzungen und Genetik entnehmen Sie bitte der entsprechenden Fachliteratur.

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    Der tägliche Freiflug

    Die Überschrift sagt es bereits. Freiflug sollte täglich gewährt werden. Allein schon, weil das eine Mindestanforderung für die Gesunderhaltung der Vögel ist. Denn Herz-Kreislauf und Lungen werden gestärkt. Bei den schreck- und schockanfälligen Tieren sehr wichtig. Außerdem können sie im Flug ihre Energien tüchtig abarbeiten und das Gezeter, welches aus manchem Vogelheim erschallt, kommt gar nicht erst auf.

    Wenn Wellensittiche kreischen, fand man heraus, tun sie das, um Energien abfließen zu lassen. Desweiteren macht Fliegen einfach Spass, wozu hat man denn Flügel??? Die Wellis werden erkunden und erforschen.

    In den ersten Flugstunden müssen sie jedoch erst einmal das Landen lernen. Fenster und Spiegel sollte verhangen sein, damit sie nicht dagegen sausen und sich vielleicht eine Gehirnerschütterung zuziehen. Auch schauen sie ihrer Familie sehr aufmerksam zu, nehmen Kontakt auf.

    Einfangen

    Üben! Die Wellensittiche können lernen, auf einem Stöckchen zur Voliere getragen zu werden. Den Stock nähert man langsam an den Wellensittich an und stupst dann sanft mit ihm gegen den Welli-Bauch. Sie verstehen dies als Aufforderung zum Aufsteigen. Sobald sie drauf sitzen, vorsichtig bewegen. Die ersten Male fliegen sie sicherlich davon, aber mit Üben klappt es recht bald.

    Gefahrenquellen:

    giftige Pflanzen:
    • Becherprimel
    • Brechnußbaum
    • Catharanthus
    • Christusdorn
    • alle Dieffenbachia-Arten
    • Eibe
    • Hyazinthe
    • Immergrün
    • Madagskar-Immergrün
    • Madagaskar-Palme
    • Mistel
    • alle Nachtschattengewächse
    • Narzissen
    • Oleander
    • Spitzblume samt Beeren
    • Weihnachtsstern
    • Wunderstrauch
    • Zierspargel
    schleimhautreizend:
    • Efeu
    • Fensterblatt (Monstera)
    • Flamingoblume
    • Goldtrompete
    • Kolbenfaden
    • Philodendron
    • Schefflera
  • Vorsicht bei Kakteen und anderen Pflanzen mit Dornen und Stacheln


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    Ideen fürs Vogelzimmer

    Spielplatz - im Handel erhältlich. Man sollte einen aus Holz wählen, obwohl man bei diesen gelegentlich Stangen auswechseln muss, falls die "Nutzer" sehr nagefreudig sind. Das Holz ist jedoch gesünder als die bunt gefärbte Plastik, die vor den Schnäbeln auch bloss nicht sicher ist.

    Sorka sitzt auf einem Spielplatz-Eigenbau.

    Vogelbaum: Der Vogelbaum ist ein herrlicher Spielplatz und schnell gebaut. Siehe dazu Wohungsbau/ Tipps & Tricks.

    Rechts eine Spielecke auf dem obersten Regalbrett, die unsere Bücher vor Benagen rettet

     


    Deckenzweige: Äste mit Hanfseil und Haken an der Zimmerdecke festmachen. Je länger man das Hanfseil wählt, desto mehr werden die Äste später schwingen. Jedoch sollte beachtet werden, dass die Äste den höchsten Punkt des Zimmers darstellen, womit man verhindert, dass sie zum Beispiel ein Bücherregal lieber nutzen. Aufpassen, dass sich unter den Ästen abwaschbarer Fussboden befinden.

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    Pflege der Wellensittiche

    täglich

    wöchentlich

    1 x im Monat

  • Wasserwechsel
  • Futterautomat kontrollieren (Verstopfung und Füllmenge)
  • evtl. Badewannenwasserwechsel
  • Reinigung des Vogelheims
  • auswaschen der Futter- und Wasserbehälter
  • abbürsten der Käfigeinrichtung (Sitzstangen, Schaukeln, Glöckchen, Seile) und nachspülen mit klarem Wasser
  • intensiver Gesundheitscheck, falls nicht täglich durchgeführt (Kot, Augen, Nase, Krallen, Schnabel...)
  • Vogelbaum bzw. Einrichtung des Freiflugzimmers gründlich reinigen
  • zernagte Äste ersetzen
  • Sandschale, Käfiggitter und komplette Käfigeinrichtung mit heißem Wasser und Bürste reinigen, anschließend ausspülen, keine Putzmittel verwenden, hartnäckige Verunreinigungen können mit Zitronensaft entfernt werden
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