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Krankheiten

Ich bin kein Tierarzt! Weder kann noch will ich ihn ersetzen. Alle folgenden Texte zu Krankheiten sollen ausschließlich der Information, jedoch keinesfalls als Behandlungsaufforderung dienen.


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Inhalt:

  • Allergien
  • Arthrose
  • Auge
  • Blähungen
  • Blasenentzündung
  • Blasenstein
  • Degeneration der Kaumuskulatur
  • Durchfall, breiiger Kot
  • Hautpilz
  • Kastration
  • Ovarialzysten
  • Parasiten
  • Penisvorfall
  • Zähne
  • Allergien

    Ursachen: Das kann Veranlagung sein, aber auch ein geschwächtes Immunsystem, welches überreagiert.

    Diagnose Allergien können sich sehr unterschiedlich äußern. Eine pfeifende Atmung, juckender Hautausschlag, tränende Augen sind nur Beispiele dafür. Allerdings müssen andere Ursachen unbedingt ausgeschlossen werden. Denn Allergien weisen Symptome auf, die bei verschiedenen Krankheiten vorkommen, welche unbehandelt zum Tod des Tieres führen.

    Behandlung: Es sollte versucht werden, das Allergen zu finden. Dazu geht man alle Veränderungen durch, die während der letzten 6 Monate im Umfeld des betroffenen Schweinchens stattgefunden haben. Nach und nach wird alles, was neu war, aus dem Bereich des Meerschweinchens entfernt, bis die Symptome verschwunden sind. Kommt man dennoch nicht zum Erfolg oder wird die Allergie lebensbedrohlich, ist die Gabe von Fenistil möglich. Fenistil blockiert die Histamin-Produktion, wodurch die Allergie unterdrückt wird. Es lohnt sich auch, Bachblüten zu probieren, dazu geht bitte die entsprechenden Seiten dieser Page durch, um eine Mischung zu finden, die genau auf euer Tier passt.

    Stauballergie: Wenn eine Stauballergie festgestellt wird, gibt es die Möglichkeit, auf Strohpellets als Einstreu umzusteigen. Auch Hanfstreu staubt weniger als die herkömmlichen Hobelspäne. Das lebensnotwendige Heu kann man vor dem Füttern in Gemüsenetze stecken und ausschütteln. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass man in einen alten Strohhut ein Loch schneidet und das Heu hinein stopft.

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    Arthrose

    Ursache: Ernährungsbedingte Mangelerscheinungen (VitaminC-Mangel bspw.), Veranlagung, Alter, Übergewicht. Die Arthrose ist ein degenerativer Prozeß, der sich verlangsamen, aber nicht rückgängig machen lässt.

    Diagnose Röntgenbilder sind bei Tieren leider unscharf und bei so kleinen Tieren wie Meerschweinchen kann man die Anfänge einer Arthrose selten sehen. Wenn die Arthrose sich in Bein-, Hüft- oder Schultergelenken breit macht, bekommt man relativ schnell mit, dass das Meerschweinchen sich eckig bewegt, selten springt und längst nicht mehr so toll wie zuvor. Die Entlastung der schmerzenden Gelenke kann zudem noch zu einem Muskelschwund führen, einer Überbelastung anderer Gelenke u.ä.
    Eine Arthrose im Kiefergelenk ist schwer zu diagnostizieren, kann jedoch vorkommen.

    Behandlung Heilen kann man eine Arthrose nicht. Da das Tier Schmerzen hat, ist die Gabe von Schmerzmittel angezeigt. Bei arthritischen Entzündungen geben wir zudem Traumeel. Diese können auflodern, müssen aber nicht. Man sollte dem Tier die Möglichkeit geben, die betroffenen Körperregionen warm zu betten. Aber keinen Zwang anwenden. Das Tier weiß selbst, wann die Wärme gut tut. In der Human- Medizin finden Massagen, Bewegungsbäder und Weißkrautwickel Anwendung. Krautwickel werden von Meeris jedoch binnen kürzester Zeit gefressen und sie bekommen Blähungen. Bewegungsbäder kann man probieren, man muss aber sehr aufpassen, dass keine Erkältung entsteht. Fachgerechte Massagen lehnt unser Arthroseschweinchen Schlawiner (wer sollte es sonst sein *grmpf*) ab.
    Folgende Medikamente können eine Unterstützung sein:

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    Augen

    tränendes (verschleimtes) Auge

    Ursachen: Hier gibt es sehr verschiedene Ursachen. 1. Meist wird ein tränendes oder gar verschleimtes Auge durch eine Entzündung hervorgerufen. Heu- oder Strohkrümel können in das Auge gelangen, dann zwischen Lid und Hornhaut reiben, wodurch eine Entzündung entsteht.
    2. Ein bakterieller Infekt kommt in Frage, ebenso wie 3. ein verstopfter Tränenkanal oder 4. eine Allergie.

    Diagnose: Nachschauen, ob Heu- oder Strohreste im Auge zu sehen sind. Ein Teststreifen vom Tierarzt färbt die Hornhaut an verletzten Stellen ein.

    Behandlung: 1. entzündungshemmende Augensalbe, 2. entzündungshemmende, antibakterielle Augensalbe 3. Spülen des Kanals, wenn zu spät erkannt, operieren 4. Gabe eines Antihistamins (Fenistil), Suchen des Allergens.
    Wenn keine Behandlung erfolgt, kann eine großflächige Vernarbung das Auge dauerhaft bläulich färben, wobei das Sehvermögen des Tieres dadurch beeinträchtigt wird.

    Blauschimmer im Auge

    Ursache: Kann ein Infekt sein, eine Alterserscheinung oder eine Vernarbung durch eine frühere Schädigung der Hornhaut.

    Diagnose: Je nach Alter und Veranlagung, weiteren Symptomen (andere Infekte u.ä.) muss beurteilt werden. Mit einem Teststreifen prüft man die Unversehrtheit der Hornhaut.

    Dieses Auge gehört Möhrwin und ist großflächig vernarbt.

    Behandlung: entweder gar keine oder eine gezielte Antibiose des Auges

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    Blähungen

    Ursache: ungewohntes Futter, Fütterungsfehler, Nahrungsverweigerung des Meerschweinchens wegen anderer Krankheiten

    Diagnose: geblähter, schmerzempfindlicher Bauch, Trägheit bis hin zur Apathie

    Behandlung: schnellstmöglich sollten 2 bis 4 Tropfen SabSimplex ins Mäulchen gegeben werden, was man bei Bedarf alle 2 Stunden wiederholt. Eine Heu-Wasser/Gurken-Diät wendet man vorerst an. Manche Halter tragen geblähte Schweinchen ein wenig durch die Wohnung, da die Bewegung dazu führen kann, dass sich Lufteinschlüsse lösen und die Schweinchen mit Pupsen beginnen, was ein Erfolg wäre. Allerdings haben geblähte Schweinchen Schmerzen und hier muss der Halter abwägen. Wärme sollte auf alle Fälle vermieden werden.

    Blähungen sind aufgrund des anfälligen Herz-Kreislaufs-Systems lebensbedrohlich. Der Magen/Darm-Trakt füllt sich mit Luft und drückt vom Bauch her auf das Herz. Die Tiere sind neben großen Schmerzen auch der Gefahr eines Herzversagens ausgesetzt.

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    Blasenentzündung

    Ursache: Da gibt es sehr viele. Am schnellsten geht es, wenn das Tier feucht liegt. Oder wenn Gries im Urin vorhanden ist, der die Blase oder Harnröhre aufreibt.

    Diagnose: Das Tier äußert Schmerzlaute beim Harnabsatz, es befindet sich Blut im Urin. Mit einem Teststreifen prüft man die allgemeinen Werte und eine Urinprobe wird als Bakterienkultur angelegt. Bei Bakterienwachstum empfiehlt sich ggf. eine Laboruntersuchung, um das passende Antibiotikum bestimmen zu können.

    Behandlung: Sauberkeit ist oberstes Gebot der Tiergesundheit. Je nach Infektion muss ein Antibiotikum ausgewählt werden. Da Antibiotika die Darmflora zerstören, gibt man im Abstand von 4 bis 12 Stunden danach BirdBeneBac. Dies sind Darmbakterien von Vögeln, die bei Meerschweinchen gegen Durchfall bei Antibiose oder anderer Darmfloraschädigung wirken. Sinnvoll gibt man abends Antibiotikum und morgens BirdBeneBac.
    Sind keine Bakterien zu finden oder lassen die Schmerzen nicht bald nach, muss eine Diagnostik in Richtung Blasenstein durchgeführt werden.

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    Blasenstein

    Ursache: Blasensteine entstehen teils durch mangelnde Bewegung, teils fütterungsbedingt oder bei Veranlagung. Trockenfutter und eine calciumreiche Ernährung leisten der Steinbildung Vorschub. Einige Tierärzte vertreten die Ansicht, dass Blasensteine immer Haltungs-/Fütterungsfehler sind. Untersuchungen ergaben jedoch, dass speziell gegen Blasensteine ernährte Meerschweinchen mit ausreichend Bewegung ebenfalls solche bekommen können. Dennoch müssen Haltung und Fütterung überprüft werden, wenn diese Krankheit im Bestand eines Meerschweinchenhalters auftritt. Nobody ist perfect, auch wenn wir uns noch so sehr um das Wohlergehen der Tiere bemühen.

    Diagnose: Schlawiner hatte unklare Beschwerden, mehrere Tierarztbesuche brachten keine Diagnose. Erst als ich beobachtete, dass Schlawiner beim Harnabsatz Schmerzlaute von sich gab, wurde mittels Röntgenbild der Blasenstein entdeckt. Die vorherigen Harnkontrollen ließen darauf nicht schließen. Meist kann jedoch im Harn Grieß und ggf. auch Blut festgestellt werden, wenn ein Blasenstein vorliegt.
    Bei Weibchen, die eine kurze und elastische Harnröhre haben, kann man manchmal eine OP umgehen, aber allgemein gilt, er muss raus. Einige Steine lassen sich mit Ursochol und Kalium Verla, eine Methode aus den USA, auflösen. Mit Flut Aid, einem Katzenmedikament, können ebenfalls Verkleinerungen eines Steines erreicht werden. Allerdings bei Steinen unbekannter Zusammensetzung ist die Medikamentenwahl Zufall und eine Besserung eher unwahrscheinlich. Meist ist es so, dass der Stein auch erst bemerkt wird, wenn das Tier bereits Schmerzen hat und dann ist schnelle Hilfe nötig. Daher sollte eine OP in Erwägung gezogen werden. Obwohl Schlawiner bereits kurz vor seinem 5. Geburtstag stand, wodurch das Narkoserisiko beträchtlich stieg, entschieden wir für die OP. Eine medikamentöse Auflösung des Steines dauert Monate, wenn sie überhaupt funktioniert. Ein Nierenschaden kann in dieser Zeit sehr leicht entstehen und das Tier hat weiterhin Schmerzen. Aufgrund seines Alters und des angeschlagenen Zustandes benötigte Schlawiner ca 10 Stunden, um völlig aus der Narkose zu erwachen und wieder mit dem Fressen zu beginnen. Nach 18 Stunden durften wir ihn heimholen, da er gut geköttelt und gepiselt hatte und außerdem die Praxis nach seinem Frühstück zusammenschrie. Zwei Tage nach der OP ging es ihm gut und er war munterer, lebhafter als Wochen zuvor.

    Nachbehandlung: Ein einmal vorhandener Blasenstein deutet auf eine Neigung zur Bildung hin. Eine speziell auf die Zusammensetzung des Steins abgestimmte Diät, viel Bewegung, harntreibende Pflanzen und reichliche Flüssigkeitsaufnahme sollten normal und Trockenfutter tabu sein. Der Stein muss im Labor untersucht werden und anschließend sollte mit dem Tierarzt eine auf die Zusammensetzung gerichtete Diät bestimmt werden. Desweiteren empfiehlt sich je nach Bauart des Steins die Ansäuerung oder Alkalisierung des Harns. Bei der Ansäuerung muss der Harn dennoch im alkalischen Bereich bleiben, da ansonsten die Nieren geschädigt werden. Es ist wichtig, dass man mit dem Tierarzt die Nachbehandlung abspricht.
    In der ersten Zeit nach Entfernung des Steins kann man alle paar Monate ein Röntgenbild machen lassen, um zu sehen, ob die Nachbehandlungsstrategie passt und sich kein Stein bildet. Harnuntersuchungen sollten auf alle Fälle zur Nachbehandlung gehören.

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    Hyalinschollige Degeneration der Kaumuskulatur

    Ursache: unbekannt. Derzeit wird eine Vererbung vermutet.

    Symptome: Es gibt verschiedene Verläufe der Krankheit. Am Anfang steht, dass das Tier schlecht und langsamer frisst, an Gewicht verliert. Viele Tiere beginnen vermehrt zu trinken, weil sie Hunger haben und Trinken noch gut geht. Es kann innerhalb kurzer Zeit zu großem Gewichtsverlust und der Futterverweigerung kommen oder der Gewichtsverlust zieht sich schleichend über Monate hin bis das Tier das Futter verweigert. Die Kaumuskeln verschwinden, die Wangen fallen ein. Das Tier kann erst nicht mehr kauen, dann nicht mehr Schlucken. Es verhungert.

    Diagnose: Ausschluss aller anderen Möglichkeiten. (Zahnkrankheiten, Entzündungen, Stoffwechselstörung, ...)

    Behandlung: Cortison-Therapie + Darmbakterien, oft nur Sterbehilfe möglich
    Viel Glück.

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    Durchfall und breiiger Kot

    Ursache: Es bedarf einer Diagnostik, da es viele mögliche Ursachen gibt. Bei allgemeiner Gesundheit (durch den Tierarzt festgestellt) besteht die Möglichkeit, dass bestimmte Futtersorten nicht oder nicht in der gegebenen Menge vertragen werden oder eine zu schnelle Futterumstellung erfolgte.

    Diagnose: Sichtkontrolle. Um die Ursache zu finden, muss eine Kotprobe untersucht werden.

    Behandlung: Die Ursache muss gefunden und behandelt werden.
    Erste Hilfe ist eine Heu-Wasser-Diät. Bei Schweinchen, die nicht trinken, wechselt man zur Heu-Gurken-Diät. Durchfall muss man sofort behandeln, da Meerschweinchen sehr schnell daran sterben können.

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    Hautpilz

    Zoonose, d.h. Pilzerkrankungen sind auf den Menschen übertragbar.
    Ursachen: Es gibt Tiere, welche latent infiziert sind. Bei einer Schwächung des Immunsystems kann es zum Ausbruch der Krankheit kommen oder diese Tiere stecken andere an. Eine Übertragung der Sporen/ Pilze kann durch direkten Kontakt stattfinden, aber auch durch Zwischenträger wie Einstreu, Heu, Putzzeug.
    Symptome: kreisrunder Haarausfall mit weißlichem Belag der Haut. Die Stellen sind gelegentlich mit Krusten, Schuppen oder einem erhöhten Randsaum umgeben. Teilweise können die Stellen nässen. Der Juckreiz ist gering, kann aber bei Sekundärinfektionen zunehmen.
    Diagnose: Haare und abgeschabte Hautschuppen werden auf einen Nährboden aufgebracht, bei Wachstum anschließend mikroskopisch untersucht.
    Die Wood'sche Lampe ist ein unzuverlässiges Diagnosegerät, da die fehlende Fluorezenz keine Sicherheit gibt, dass kein Pilz vorhanden wäre.
    Behandlung: Tropfsuspension zum Auftragen auf die betroffenen Stellen bietet sich im Anfangsstadium an. Wenn es bereits schlimmer ist, wäre eine Anwendung von Innen angezeigt. Ein Tierarzt sollte im Verdachtsfall unbedingt aufgesucht werden.
    Strikte "Krankenhaushygiene". Tier mit Gummihandschuhen anfassen, Desinfizieren nach Hautkontakt.

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    Kastration

    Eine Kastration ist freilich selten die Behandlung einer Krankheit, aber sie ist eine OP unter Narkose und für Meerschweinchen gefährlich. Die Kastration, um Nachwuchs zu verhindern, sollte beim Bock vorgenommen werden. Der Tierarzt nimmt zwei winzige Schnitte vor, holt die großen Fettkörper und die winzigen Hoden heraus.
    Beachten sollte man, dass das Böckchen gesund ist, eine reichliche Versorgung mit Vitamin C vor der Narkose erhält und vor dem Heimkommen richtig wach ist. Außerdem kann eine Kastration so geplant werden, dass sie nicht an den heißesten Tagen des Jahres stattfindet. Der Kreislauf ist dann anfälliger.

    Die Kastration des Weibchens sollte nur bei medizinischer Notwendikeit stattfinden. Beim Weibchen muss die Bauchdecke mitsamt allen ihrer Schichten geöffnet werden, der Eingriff ist größer und das Risiko auch.

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    Ovarialzysten

    Eierstockzysten kommen bei Meerschweinchenweibchen relativ häufig vor. Die meisten muss man nicht behandeln. Wenn die Zysten jedoch hormonell aktiv werden, merkt man, dass die Weibchen schreckhafter und dauerbrünstig sind. Möglicherweise gehen ihnen an den Flanken die Haare aus. Ein Tierarztbesuch ist nötig. Behandelt werden kann mit Hormonespritzen und zusätzlich Ovarium compositum (3 Globuli täglich), es sei denn die Zysten sind sehr groß, dann muss operiert werden. Zumeist wird der Tierarzt gleich die Gebärmutter mit entfernen. Insgesamt ist es einer der schwersten Eingriffe beim Meerschweinchen. Ganz wichtig ist, dass ihr Zeit habt für die Nachbetreuung. Nach der OP müsst ihr dem Schweinchen Flüssigkeit und unter Umständen Futter einflössen. Ein Antibiotikum ist Pflicht, sie darf nicht an die Narbe gehen, die sehr groß sein wird. Wenn sie diese aufnagt, habt ihr die Gedärme im Krankenkäfig liegen. Also ganz wichtig, ihr müsst für sie da sein. Wochenende, Urlaub, es geht um ein Leben.

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    Parasiten

    Symptome: Juckreiz, Haarausfall, Schorf, sichtbare Kleintiere im Fell

    Diagnose: Sichtkontrolle, Hautgeschabsel, Wachstumskultur

    Behandlung: Nach der Bestimmung des Parasiten wird das Mittel zur Bekämpfung ausgewählt. Grabmilben können mit Stronghold pour on oder Ivomec pour on äußerlich behandelt werden. Bei starkem Befall sollte jedoch im Abstand von 8 bis 10 Tagen dreimal gespritzt statt getröpfelt werden.
    Haarlinge und andere im Fell lebende Krabbeltiere lassen sich leicht mit Bolfo-Puder vom Tier verjagen.
    Zur Beachtung: Auch wenn diverse Mittel frei verkäuflich sind, beinhalten sie entweder Gift (z.B. Bolfo-Puder) oder ätherische Öle, deren Verwendung bei Meerschweinchen zum Teil bedenklich ist. Eine Anwendung auf Verdacht oder gar zur Vorbeugung ist nicht zu empfehlen. Meerschweinchen können gegen Parasiten nicht geimpft werden. Häufig werden jedoch die Mittel Ivomec und Dectomax als Impfung bezeichnet, obwohl sie keine vorbeugende, sondern nur eine direkte Wirkung auf Parasiten haben.

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    Penisvorfall

    Penisvorfall bedeutet, dass der Penis aus dem Bauchraum verdrängt, nach außen verlagert wird. Dies kann durch Smegaringe, die ein Rückverlagern verhindern, Schwellungen, Tumore, Abzesse im unteren Baumraum verursacht werden, ebenso durch Verletzung der Nerven oder eine nicht auffindbare Ursache haben. Häufig treten Penisvorfälle nach der Kastration auf.

    Symptome: Der Penis ist im Ruhezustand sichtbar.

    Diagnose: Sichtkontrolle. Ursachenforschung über komplett Austüten und nachsehen, ob ein Smegaring oder sonstige Verschmutzungen ein Rückverlagern behindern. Abtasten, ggf. Ultraschall.

    Behandlung: Der Penis muss gereinigt und in den Bauchraum zurück verlagert werden. Dies sollte 2 bis 3x täglich geschehen. Dazu kann Babyöl genutzt werden oder Augensalbe, wenn das Böckchen bei länger andauernder Behandlung mit Babyöl schuppige Haut bekommt. Wichtig ist, dass der Penis immer in sauberen Zustand rückverlagert wird und der Halter darauf achtet, dass keine Entzündungen durch äußere Reizungen entstehen.

    Die Behandlung wird durch Vitamin B unterstützt. Es kann nur 1 bis 3 Wochen dauern, bis der Penis an seinem Platz bleibt, aber auch Monate, ein durchgängiges mehrmals tägliches Rückverlagern erhöht die Chancen, dass der Penisvorfall kein lebenslänglicher wird.

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    Zahnerkrankungen Übersicht

    oder abgebrochene Schneidezähne

    Symptome: Im Anfangsstadium kann man oft schief abgenutzte Vorderzähne sehen. Später frisst das Tier schlecht. Es speichelt ständig aus und/ oder kann das Mäulchen nicht mehr komplett schließen. Hartes wird gemieden, Heu kann kaum oder gar nicht aufgenommen werden. Im fortgeschrittenen Stadium kauen sie auch Gurkenschale nicht mehr.

    Diagnose: Eine Zahnkontrolle ist unbedingt nötig. Schief abgenutzte Vorderzähne weisen bereits auf Fehlstellungen der Backenzähne hin. Der Tierarzt sollte sich den Mundraum genau ansehen.

    Behandlung: Zahnspitzen (bei Backenzähnen unter Narkose) abknipsen und glatt feilen. Wunden im Mundraum müssen behandelt werden. Nach der Behandlung sollte das Tier binnen einer Woche wieder normal fressen. Es ist aber normal, dass die Tiere die ersten Tage dies noch nicht tun. Eine Schmerzmittelgabe kann u.U. wichtig sein, ebenso das Zufüttern.

    Nachbehandlung: Trockenfutter ist nun Tabu. Frisches Gras sollte nur noch als Zufutter dienen. Leider ist es wahrscheinlich, dass es erneut zu Zahnspitzen kommt, die korrigiert werden müssen. Die Abstände dazwischen kann man jedoch ausweiten, in dem man dafür sorgt, dass das betroffene Tier sehr viel Heu aufnimmt und so die Zähne kräftig abnutzt.

    ähnliche Krankheiten: Wenn keine Zahnspitzen vorhanden sind, aber die Symptome gleichen, sollte der Mundraum gründlich auf Entzündungen und Pilze abgesucht werden. Ebenso kann ein Röntgenbild helfen, eventuelle Eiterherde im Kiefer, an den Zahnwurzeln zu finden. Eine Kiefergelenk- Arthrose kommt leider auch in Frage, ebenso wie Muskelschwund oder -zerrung und Sehnenentzündung. Eine Kieferlähme, Degeneration der Kaumuskel lässt sich nur durch Ausschluss aller anderen Ursachen diagnostizieren und ist nicht heilbar.

    Zahnschweinchen Lucy - eine sehr umfangreiche, sehr gute Homepage, die Mut macht. Danke Kay.

    Abgebrochene Schneidezähne

    So etwas kommt schon mal vor. Sprungfreudige, agile Tiere sind vor allem gefährdet. Wenn es einmal passiert, schaut man nur, ob das Tier noch alles fressen kann und achtet darauf, dass der Gegenzahn nicht zu lang wird, während der abgebrochene nachwächst. Geschieht dies jedoch häufiger, sollte man den Tierarzt aufsuchen. Möglicherweise habt ihr einen fröhlichen Tollpatsch, möglicherweise ein krankes Tier.
    Manchmal splittern Zähne, wenn sie brechen, diese lässt man vom Tierarzt kürzen, damit sie heil nachwachsen.

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